Ein Jahr nach dem Mord: Geld für Grabstein gespendet Leser helfen Danos Familie

Herford (WB). Unsere Leser zeigen Herz: Nachdem das WESTFALEN-BLATT ein Jahr nach dem Mord an dem kleinen Dano über die schwierige Finanzierung des Grabsteins berichtet hat, gab es Reaktionen. Inzwischen konnte ein Stein durch Spenden gekauft werden. 

Von Moritz Winde
Noch vor vier Wochen war Danos Grab auf dem Ewigen Frieden recht schmucklos.
Noch vor vier Wochen war Danos Grab auf dem Ewigen Frieden recht schmucklos. Foto: Moritz Winde

Da ist zum Beispiel Karl-Heinz Tiemeyer aus Spenge. Der Ex-Manager des Handball-Bundesligisten TuS Nettelstedt und einstige Torwart vom TuS Spenge war einer der ersten, die sich meldeten. »Danos Schicksal macht mich sehr traurig. Als ich den Bericht las, war mir sofort klar: Da muss ich helfen.« Der Spielerberater arbeitet inzwischen auch als Versicherungsmakler. Der Sitz des Büros liegt in der Bielefelder Schüco-Arena. Tiemeyer: »Ich habe mir überlegt, eine Autogrammstunde mit zwei Profispielern von Arminia in Herford zu organisieren. Das Autohaus Markötter hat bereits als Sponsor zugesagt. Und auch der Verein signalisierte Bereitschaft, bei dieser Benefizaktion dabei zu sein«, sagt Karl-Heinz Tiemeyer. Ob sie allerdings zustande kommt, ist sehr fraglich. »Eine Betreuerin der Familie hat unsere Hilfe abgelehnt. Sie befürchtet einen Medien-Rummel. Das kann ich nicht nachvollziehen«, sagt der 65-Jährige.

Eine Familie aus Vlotho hat ebenfalls sofort ihre Unterstützung zur Finanzierung des Grabsteins zugesichert. Sie möchte anonym bleiben, weil sie ihre Hilfe nicht an die große Glocke hängen will. »Ich finde das wenig spektakulär, sondern eigentlich selbstverständlich. Wir sind zwar nicht reich, können aber gut leben und geben gerne etwas ab. Es ist doch ein Drama, dass die Familie in unserer Wohlstandsgesellschaft ihren Jungen nicht vernünftig beerdigen kann, nur weil es am Geld scheitert«, sagt die Mutter. Die Vlothoer möchten 1000 Euro geben.

Ein anderer Vorschlag kommt von einer weiteren Leserin. Die 52-Jährige, die ihren Namen ebenfalls nicht öffentlich nennen möchte, ist bereit, den Grabstein ihrer Großmutter zu verschenken. Das Grab auf dem Erika-Friedhof soll aufgelöst werden. »Dort befindet sich ein sehr großer, schwarzer Marmorstein. Es wäre doch zu schade, ihn wegzuwerfen. Mit ein wenig Arbeit könnte man den Stein sicher für Dano umgestalten.«

Ullrich Richter ist an der Werre groß geworden – dort, wo Danos Leiche gefunden wurde. Ihn hat der gewaltsame Tod des Fünfjährigen tief bewegt. »Ich trage die Kosten für den Grabstein gerne, damit die Familie würdevoll trauern kann«, sagt der 61-Jährige.

Die Redaktion hat die Hilfsangebote an Danos Familie weitergeleitet – und die hat sie dankbar angenommen. Seit ein paar Tagen ziert ein Grabstein Danos Grab auf dem Friedhof Ewiger Frieden, der ein aufgeschlagenes Buch und eine Moschee symbolisiert.

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