Landwirte und Jäger fahren zur Großdemo nach Düsseldorf Protest gegen Jagdgesetz

Herford (WB). Der Entwurf des neuen Landesjagdgesetzes sorgt bei Jägern und Landwirten für Ärger. »Wir können die Änderungen nicht akzeptieren«, sagt Hans-Gert Haversiek, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Herford und ruft Jäger und Landwirte auf, an einer Großdemonstration in Düsseldorf teilzunehmen.

Von Christina Ueckermann
Der Entwurf des neuen Jagdgesetzes sorgt bei Jägern und Landwirten für Ärger.
Der Entwurf des neuen Jagdgesetzes sorgt bei Jägern und Landwirten für Ärger. Foto: dpa

Unter dem Motto »Für Land und Leute! Schluss mit den Verboten« wollen dort am kommenden Mittwoch, 18. März, 10 000 Menschen auf die Straße gehen. Aus dem Kreis Herford nehmen mindestens 150 Mitglieder der Kreisjägerschaft und des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes an der Demonstration teil.

»In Deutschland ist seit mehr als 100 Jahren keine einzige Wildart durch die Jagd ausgerottet worden«, sagt Haversiek. Er sieht darum keinen Grund, die jagdbaren Arten von derzeit mehr als 100 auf 27 Tierarten zu beschränken. Ebenso besteht bei den Jägern kein Verständnis, dass Beutegreifer wie Marderhund oder Waschbär nicht mehr gejagt werden dürfen. Beide haben sich enorm vermehrt. Das Bejagen von Beutegreifern diene dem natürlichen Gleichgewicht, sagt Haversiek. »Was nützt die öffentlich geförderte Anlegung von Schutzzonen für Singvögel in Getreidefeldern, wenn Beutegreifer sie plündern?«, fügt Hermann Dedert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, hinzu. Auch dürfe die Einschränkung der Niederwildarten wie Hase, Fasan oder Rebhuhn durch Eingriffe bei der Bau- und Fangjagd nicht heruntergespielt werden.

Auch beim geplanten Eingriff bei der Lockjagd auf Rabenkrähen sieht der Landwirtschaftliche Kreisverband große Probleme. »Wir haben hier eine starke Population und schon jetzt mit den Schäden zu kämpfen«, sagt Wilhelm Brüggemeier, Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landschaftsverbandes (WLV). Krähenfraß wie bei den Maissaaten oder den Erdbeeren führten zu erheblichen Verlusten.

Für die Fahrt zur Großdemo nach Düsseldorf setzt die Kreisjägerschaft Herford Busse ein. Um 6.45 Uhr startet der Bus am Freibad Hiddenhausen und um 7 Uhr an der Autobahnabfahrt Herford-Ost. Wer mitfahren möchte, kann sich noch in der Geschäftsstelle der Kreisjägerschaft unter 0 52 21/59 92 31 anmelden.

Der Hegering Herford protestiert am Samstag, 14. März, von 11 bis 12 Uhr auf dem Münsterkirchplatz und dem Rathausparkplatz gegen die geplanten Neuerungen im Landesjagdgesetz. Jäger, Jagdgenossen, Land- und Forstwirte, Fischer, Fischereigenossenschaften, Grundeigentümer, Imker und alle Naturfreunde sind dazu eingeladen.

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