Seniorenbeirat sieht Einschränkung für Ältere durch die Umstrukturierung der Sparkasse Herford Vier Filialen stehen vor der Schließung

Kreis Herford (WB). Ein großes Fragezeichen steht derzeit über sieben Sparkassen-Filialen im Kreis. Das Verhalten der Kunden habe sich über die vergangenen Jahre verändert, heißt es. Schließungen würden aber vor allem Ältere betreffen, befürchtet der Herforder Seniorenbeirat.

Von Ann-Christin Lüke
Die Filiale Unter den Linden in Herford soll nach jetzigem Stand geschlossen werden.
Die Filiale Unter den Linden in Herford soll nach jetzigem Stand geschlossen werden. Foto: Ann-Christin Lüke

»Wir haben nicht damit gerechnet, dass der Verwaltungsrat so schnell zu einem Beschluss kommt und wir uns damit quasi von rechts überholen«, räumt Unternehmenssprecher Peter Platz ein. Am Wochenende hatte die Sparkasse Herford mitgeteilt, dass es zu Umstrukturierungen komme. Davon sind sieben Filialen betroffen: Unter den Linden, Vlothoer Straße, Engerstraße und Mühlentrift sowie die Filialen in Oetinghausen, Besenkamp und Dünne.

An den Standorten Engerstraße, Mühlentrift und Oetinghausen wird es künftig nur noch Selbstbedienungsautomaten geben. Die anderen vier Filialen sollen bis zum Jahresende mit benachbarten Standorten zusammengelegt werden. »Wo und wie diese Zusammenlegung stattfinden soll, ist noch nicht klar. Nach derzeitigem Stand werden sie geschlossen«, sagt Platz. Die Planungen stünden jedoch noch ganz am Anfang. Kündigungen werde es aber keine geben. »Die Mitarbeiter werden dann an ihren neuen Standorten zum Einsatz kommen«, betont Platz.

Trend geht zum Online-Banking

Der Trend gehe zum Online-Banking heißt es von Seiten der Sparkasse. »Diese Quote nimmt auch bei den sogenannten Silver Surfern zu«, sagt Platz.
Eine Beeinträchtigung für Ältere sieht dagegen der Seniorenbeirat der Stadt Herford in den Filialschließungen. »Gerade Senioren sind häufig nicht mehr mobil und kennen sich mit dem Internet nicht aus«, sagt Bernd Hanisch, stellvertretender Vorsitzender des Beirates, der selbst viele Jahre bei der Sparkasse gearbeitet hat.

»Ich kann beide Sichtweisen verstehen«, sagt er daher. Auf der einen Seite sei das Filialnetz der Sparkasse sehr dicht, auf der anderen Seite wünscht sich Hanisch von der Sparkasse, dass sie den Senioren mehr entgegenkomme. »Das ist eine wichtige Kundengruppe, die wächst«, sagt er mit Blick auf den demografischen Wandel. Daher regt Hanisch die Einrichtung einer Seniorencard mit möglichen Vergünstigungen an.

Durch die Umstrukturierung sinkt die Zahl der Filialen im Kreis auf 36 Standorte, die SB-Angebote steigen dagegen auf 22. Die sechs Standorte mit zusätzlichen Beratungsmöglichkeiten wie Baufinanzierung bleiben bestehen.

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