In Herford arbeitete Ehrenamtlicher als »Seelsorger« Salafist warb in JVA

Herford (WB/ptr). In der JVA Herford hat es offenbar einen Versuch gegeben, salafistisches Gedankengut an die Gefangenen weiterzugeben. Der Vorfall liegt allerdings schon mehrere Jahre zurück, sagt Anstaltsleiter Friedrich Waldmann.

Ein junger Mann habe eines Tages als Ehrenamtlicher im Jugendgefängnis arbeiten wollen. An dessen Nationalität erinnere er sich nicht mehr genau, er sei jedoch von der Herkunft kein Deutscher gewesen. »Es ging um Seelsorge. Er wollte mit den muslimischen Gefangenen sprechen und beten«, sagt Waldmann.

Eine Überprüfung des jungen Mannes beim NRW-Innenministerium verlief ohne negatives Ergebnis. »Ein Prozedere, dem sich jeder unterziehen muss, der im Gefängnis ehrenamtlich tätig werden möchte«, betont Waldmann.

Auffällig sei jedoch bald gewesen, dass sein Angebot von den Gefangenen kaum angenommen wurde. »Dabei ist jede Form der Abwechslung hinter Gittern sonst hoch willkommen«, sagt Waldmann. Auf Nachfrage hätten sie ausweichende Antworten gegeben. Der Ehrenamtler sei »zu streng« oder »zu konservativ«.

»Wir haben uns damals entschlossen, die Hilfe dieses Ehrenamtlichen nicht weiter in Anspruch zu nehmen«, sagt Waldmann. Erst Monate später habe er dann durch Zufall erfahren, dass der junge Mann mittlerweile offenbar der islamistischen Szene zugeordnet werde.

Der JVA-Leiter legt Wert auf die Feststellung, dass die Zusammenarbeit mit den 90 Ehrenamtlichen im Gefängnis – darunter derzeit etwa 70 Aktive – bis auf diesen einen »bedauerlichen Einzelfall« gut und vertrauensvoll laufe. Auch für muslimische Gefangene gebe es genug Angebote. Etwa 30 Prozent der Gefangenen in der Herforder Justizvollzugsanstalt sind derzeit Muslime.

Kommentare

Wie hoch ist denn der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung? Wenn ich mich richtig erinnere, hatten doch Sprecher von Regierungspateien und Sozialforscher erklärt, dass es keinen erhöhten Anteil bezüglich Straffälligkeit von Muslimen gibt. Oder hat sich die JVA Herford auf Muslime konzentriert? Könnte das Westfalen Blatt mal mehr darüber schreiben?

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