Bewährungsstrafe für 24-Jährigen wegen Gefangenenmeuterei Schnelles Ende einer Flucht

Herford (WB). Hätte der 24-Jährige einfach nur seinen Prozess abgewartet, wäre er heute ein freier Mann. Stattdessen plante er, aus der Untersuchungshaft zu flüchten und kassierte dafür am Montag eine Bewährungsstrafe.

Von Karin Koteras-Pietsch
Drei junge Männer wollten im Juli 2013 aus der JVA Herford flüchten.
Drei junge Männer wollten im Juli 2013 aus der JVA Herford flüchten.

Der junge Mann aus Minden saß im Juli 2013 in der Herforder JVA in U-Haft. Räuberische Erpressung wurde ihm vorgeworfen. In der späteren Verhandlung wurde er von diesem Vorwurf freigesprochen. Das wusste der Mindener allerdings im Juli 2013 noch nicht. In dieser Zeit plante er mit zwei weiteren Insassen eine Flucht.

Die sollte am 17. Juli stattfinden. An diesem Tag saßen die Männer zusammen in einer Zelle. Während des so genannten Umschlusses, also in dem Moment, als jeder von ihnen wieder in die eigene Zelle sollte, wollten sie ihren Plan umsetzen. Einer der Insassen schlug dem Beamten, der hinter ihnen wieder abschließen wollte, so kräftig auf die Nase, dass diese zu bluten begann. Dann wollte der Häftling ihm den Schlüssel abnehmen. In diesem Moment kniffen seine Kumpanen und rannten nicht wie geplant in Richtung Ausgang. Die Flucht endete also schneller, als sie begonnen hatte. Der verletzte Beamte konnte in Sekundenschnelle Hilfe rufen und mehrere Beamte überwältigten die drei Häftlinge.

Zwei der Täter wurden bereits vor einem halben Jahr zu sechsmonatigen Haftstrafen, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, verurteilt. Für den jungen Mann aus Minden gab es gestern die gleiche Strafe. Zusätzlich muss er 100 Sozialstunden leisten und sich an eine Drogenberatungsstelle wenden. Zuvor hatte er eingeräumt, dass er Drogen konsumiere und das Problem nicht alleine in den Griff bekomme. 

Der überfallene JVA-Beamte war monatelang krank geschrieben, wurde mehr als ein Jahr psychotherapeutisch behandelt. Nach einer Wiedereingliederung sei er seit November 2014 wieder voll einsatzfähig, schilderte der 29-Jährige gestern vor dem Jugendschöffengericht.

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