SEK stürmt Wohnung – 27-Jähriger im Visier des Verfassungsschutzes Deutscher IS-Kämpfer festgenommen

Herford (WB). Das SEK Bielefeld hat Donnerstagfrüh im Auftrag der Generalbundesanwaltschaft eine Wohnung in Herford gestürmt und den Salafisten Sebastian B. (27) festgenommen.

Von Christian Althoff
Am Westring in Herford lebte Sebastian B.
Am Westring in Herford lebte Sebastian B. Foto: Christian Althoff

Der Konvertit soll im August 2013 über die Türkei nach Syrien gereist sein und sich zuletzt der Terrorgruppe »Islamischer Staat« (IS) angeschlossen haben. Wie der Generalbundesanwalt mitteilte, soll Sebastian B. eine Kampfausbildung durchlaufen haben. Er soll an der Frontlinie in Syrien mit logistischen Aufgaben wie dem Transport von Verpflegung beauftragt gewesen sein.

Im November 2013 kehrte Sebastian B. nach Herford zurück. Bei der Festnahme durch das SEK gestern um 6 Uhr in seiner Wohnung leistete der 27-Jährige keinen Widerstand. In der Wohnung hielten sich neben ihm noch seine muslimische Lebensgefährtin und seine zwei Kinder auf. Sebastian B. wird heute Nachmittag dem Haftrichter beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt. Sein Anwalt sagte dem WESTFALEN-BLATT, sein Mandant werde sich dort zu den Vorwürfen aber nicht äußern.

Parallel zu dem großen Polizeieinsatz in Herford nahmen Beamte in Mönchengladbach einen zweiten Deutschen fest – Mustafa C. (26), der ebenfalls dem IS angehören soll. Er soll zwischen März 2013 und September 2014 mehrfach in Syrien gewesen sein. Ihm wird neben Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung die Vorbereitung einer schweren, staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen.

Hinweise darauf, dass die beiden Festgenommenen konkrete Anschlagspläne in Deutschland verfolgten, haben die Ermittler nicht. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen wurde Sebastian B. schon seit Monaten vom Bundesamt für Verfassungsschutz überwacht. Er gehörte zu der Gruppe jener sechs Salafisten, die am 6. August in Herford einen jesidischen Imbissbesitzer überfallen und verletzt hatten. Der Jeside hatte im Schaufenster seines Lokals ein Plakat mit dem Aufdruck »Stop ISIS« aufgehängt.

Anschließend war es in Herford zu Gewalttaten zwischen Jesiden und Muslimen gekommen. »Unsere Ermittlungen gegen die sechs Männer, die den Überfall begangen haben, sind noch nicht abgeschlossen«, sagte Staatsanwalt Christoph Mackel am Donnerstag.

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