Christoph Maier besitzt eine einzigartige Sammlung Der Herr der Filmplakate

Herford (WB). Alles beginnt 1981, als Christoph Maier vor einem Kino steht und staunend das Plakat zu dem Film »Die Klapperschlange« betrachtet. Er fasst sich ein Herz und fragt den Kinoinhaber, ob er das Plakat haben kann – es wird ihm später per Post zugeschickt. Bei diesem einen Poster bleibt es nicht: Der Engeraner besitzt heute die wohl größte Filmplakat-Sammlung in Deutschland.

Von Curd Paetzke
Christoph Maier inmitten seiner fein säuberlich verpackten und beschrifteten Filmplakate. Es wird langsam eng: »Der Platz reicht bald nicht mehr aus«, sagt der Engeraner.
Christoph Maier inmitten seiner fein säuberlich verpackten und beschrifteten Filmplakate. Es wird langsam eng: »Der Platz reicht bald nicht mehr aus«, sagt der Engeraner. Foto: Moritz Winde

Sie umfasst inzwischen 10.000 Exemplare, hinzu kommen 40.000 so genannte Aushangfotos, mit denen in den Schaukästen der Lichtspielhäuser die Filme beworben werden. Praktisch: Als Programm-Macher (Filmagent) des Herforder Capitols sitzt der 48-Jährige bei seinem Hobby direkt an der Quelle. Früher hat sich der Engeraner auf Filmbörsen und Flohmärkten nach Postern umgeschaut. Heute hilft das Internet. »Ich bin da ganz gut vernetzt«, sagt der Filmfan.Absolute Raritäten

Absolute Raritäten

Christoph Maier, der hauptberuflich bei der Post arbeitet und im Briefverteilzentrum für die Personalplanung zuständig ist, hütet in seiner Sammlung Schätze, die Kenner aufhorchen lassen. Darunter sind die Plakate zu den legendären Klassikern »King Kong und die weiße Frau« (1933) und »Der Schrecken vom Amazonas« (1954). »Das sind absolute Raritäten, weil es sich um Original-Poster handelt«, schildert Maier. Original bedeutet, dass die Kinos damals bei der Premiere mit genau diesen Plakaten beliefert wurden. Gelangte die Filme Jahre später noch einmal in die Kinos, gab es die Poster meist mit anderen Motiven. Ein Beispiel ist »King Kong«, der in den 1950er Jahren erneut in die Lichtspielhäuser kam – und dann, nebenbei bemerkt, weitaus mehr Geld einspielte als zu Zeiten seiner Entstehung.

Nicht selten sind Filmplakate – Produzenten und Regisseure mögen diesen Einwurf verzeihen – besser als die Streifen, für die sie großformatig werben. Das liegt eindeutig an den Graphikern, die für die Verleihfirmen tätig sind. »Filmplakate sind vor allem bis in die 1980er Jahre hinein richtige Kunstwerke gewesen«, sagt Maier. Die Motive der Poster waren gezeichnet und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. »Heute wird einfach eine Szene aus dem Film verwendet, dann kommt ein Schriftzug drüber und fertig«, bedauert der Sammler. Belege dafür sind auch die jüngsten Bond-Produktionen: In »Ein Quantum Trost« geht 007 neben einer Frau her, während »Feuerball« (1965) den Inhalt des Films in farbigen Zeichnungen wieder gibt.

»Festival du film français«

In Herfords einzigem Lichtspielhaus hält Christoph Maier den Kontakt zu den Verleihfirmen. Und die beliefern die Kinos im Land nicht nur mit Filmen, sondern auch mit Werbematerial. »Früher musste alles an die Firmen zurück geschickt werden, heute handelt es sich ausschließlich um Einwegmaterial«, erläutert Maier, der seine Sammlung dadurch immer weiter ergänzen kann.

Christoph Maier hat auch für das »Festival du film français«, das vom 24. bis 31. Januar im Capitol über die Bühne geht, die Auswahl der Filme getroffen. 23 Filme flimmern in jenen Tagen über die Leinwand. Karten für das Festival sind in der Geschäftsstelle des HERFORDER KREISBLATTES, Brüderstraße 30 in Herford, Telefon  05221 / 590 80, im Capitol Kino, Elisabethstraße 1a in Herford, Telefon 05221 / 151 33, erhältlich oder im Internet: www.capitol-herford.de .

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