Mehr als 2500 Besucher kamen zum 7. VW Käfer- und Veteranenwintertreffen Ein Hauch von Hawaii im Güterbahnhof

Herford (WB). »Er läuft und läuft und läuft«: Mit diesem Slogan wurde in den 60-er Jahren für den Käfer geworben. Dass das millionenfach gebaute Auto auch als Oldtimer noch viele Fans hat, bewies das 7. VW Käfer- und Veteranenwintertreffen am Wochenende im Alten Güterbahnhof in Herford.

Von Peter Schelberg
Auch ein gefragter Oldtimer: Der T 2-Bulli von Sven Hundertmark (links) im Tiki-Hawaii-Look. Mit Jens Holtmann und Thomas Wybierek (rechts) von den Käfer-Freunden Herford verbreitet der Rintelner am Surfbrett-Campingtisch Urlaubsstimmung.
Auch ein gefragter Oldtimer: Der T 2-Bulli von Sven Hundertmark (links) im Tiki-Hawaii-Look. Mit Jens Holtmann und Thomas Wybierek (rechts) von den Käfer-Freunden Herford verbreitet der Rintelner am Surfbrett-Campingtisch Urlaubsstimmung. Foto: Peter Schelberg

Mindestens 2500 Besucher waren bis Sonntagnachmittag in den Hallen unterwegs, schätzt Organisator Bernd Wude: »Es gab eine deutliche Steigerung.« Viele Fans kamen aus Nord- und Mitteldeutschland – »und sogar einige aus Dänemark, Holland und Belgien«, freute sich der Polizeibeamte aus Hiddenhausen. Das Wintertreffen in Herford habe sich mittlerweile zur festen Größe in der Szene etabliert. Ein Problem seien angesichts des steigenden Interesses allerdings die Parkplatzkapazitäten rund um den Güterbahnhof.

Zu den Stammgästen unter den Ausstellern zählt Autolackierer Ingo Marschel aus Enger, der einen alten Polizei-Käfer präsentierte. »Einen Käfer zu lackieren, ist schon eine besondere Herausforderung«, verwies der 43-Jährige auf die typischen Rundungen und Sicken im Karosserieblech. Marschel freute sich wie viele auf die Gelegenheit, alte Bekannte unter den Käfer-Enthusiasten wiederzutreffen. Die nutzen die Veranstaltung in Herford immer wieder gern zum Fachsimpeln und zum Ersatzteilkauf für ihre Oldtimer. »Im Winter werden die Autos restauriert, in der warmen Jahreszeit wollen die Leute fahren«, weiß Marschel.

Für ein Highlight des Treffens sorgte auch diesmal Christian Grundmann: Der Dachdeckermeister und »Käferpapst« aus Hessisch Oldendorf hatte ein rotes 1957er Rometsch-Cabrio mitgebracht, einen Sportwagen mit handgefertigter bogenförmiger Alu-Karosserie: »Rometsch haben unter anderem Viktor de Kowa, Marlon Brando, Änne Burda und Gregory Peck gefahren«, erzählte Grundmann. Heute ist der Klassiker aus Berlin ein wahres Schätzchen: Der Wert des Autos, das einst für 9500 D-Mark verkauft wurde, dürfte im sechsstelligen Bereich liegen.

Seltenheitswert hat auch das Käfer-Cabrio, das 1949 vom Wuppertaler Familienbetrieb Hebmüller gebaut wurde: Nur knapp 700 Exemplare verließen die Firma, die nach einem Brand im Jahr 1949 Insolvenz anmeldete. Ein blaues Cabrio war der Hingucker am Stand der Autosattlerei Jach. Inhaber Raimund Jach hat das Verdeck des Hebmüller-Cabrios rekonstruiert: »Wie beim Original ist es innen mit Rosshaar gepolstert«, verriet der Experte. Über das Interesse an seinem 1951 gebauten Brezelkäfer freute sich Kraftfahrzeugmeister Cornelius Raudisch aus Herford. Der alte Volkswagen hat ein zweigeteiltes Heckfenster mit Mittelsteg.

Wer Käfer-Teile suchte, wurde bei den Anbietern mit Sicherheit fündig – vom Original-Käfer-Lenkrad bis zum Porsche-Gitterscheinwerfer reichte beispielsweise das Sortiment von Helge Ohmes aus Hamburg. Der 44-Jährige mag die besondere Atmosphäre hinter den alten Backsteinmauern des Güterbahnhofs: »Hier war heute Mittag schon der Bär los«, sagte er am Samstag. »Die Besucher sind richtig entspannt und haben noch Geld von Weihnachten übrig.« Entsprechend groß sei die Nachfrage: »Jetzt kann's wieder losgehen mit dem Schrauben.« Bemerkenswert und erfreulich findet Ohmes, dass sich auch immer mehr Jüngere zu den alten Käfern hingezogen fühlten: »Nachwuchsprobleme kann ich jedenfalls nicht erkennen.«

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