Herforder Verschönerungsverein fühlt sich hinters Licht geführt »Der Kupferkessel war unsere Idee«

Herford (WB). Mit einem kupferfarbenen Braukessel wollte der Herforder Verschönerungsverein den Kreisel an der Vlothoer Straße gestalten. Alle Pläne lagen vor, dann kam die Absage von Straßen NRW. Jetzt soll der baugleiche Kessel den neuen Kreisel an der Bünder Straße in Sundern zieren. Die Herforder verstehen die Welt nicht mehr.

Von Christina Ueckermann
Manfred Godejohann (von links), Jörg Haferkorn und Klaus Plaszczek zeigen ihren Entwurf von vor drei Jahren.
Manfred Godejohann (von links), Jörg Haferkorn und Klaus Plaszczek zeigen ihren Entwurf von vor drei Jahren. Foto: Christina Ueckermann

»Bereits vor vier Jahren hatten wir die Idee, den Kreisel mit einem Sudkessel attraktiver zu gestalten«, sagt Jörg Haferkorn, Vorsitzender des Herforder Verschönerungsvereins. Denn der Kreisel, der für viele Auswärtige, die von der Autobahn kommen, ein Eingangstor nach Herford ist, sei verwildert und nicht besonders schön anzusehen.

Der Verein habe damals einen Architekten beauftragt, Skizzen anzufertigen. Auf einer Steinmauer sollte der 2,50 Meter breite Kessel thronen, eingefasst von Blumen in rot und weiß – den Farben der Stadt. »Willkommen in der Bierstadt Herford« sollte auf einem Schild stehen. Die Herforder Brauerei hatte sich als Sponsor bereit erklärt. Auch für die Pflege war gesorgt. »Wir hätten uns für zehn Jahre verpflichtet, den Kreisel sauberzuhalten. Hier hätten also sogar Steuern gespart werden können«, sagt Manfred Godejohann, Schriftführer beim Verschönerungsverein.

Kessel ein starres Hindernis

Alles war also geklärt, doch dann machte Straßen NRW dem Verein einen Strich durch die Rechnung: Aus Sicherheitsgründen müsse der Kreisverkehr so gestaltet sein, dass die Verkehrsteilnehmer direkt erkennen können, dass sich hier ein Hindernis befindet. Außerdem gebe es seit dem 24. Juni 2013 eine neue Verwaltungsvorschrift, die besagt, dass es an Kreisverkehren außerorts keine festen Hindernisse mehr geben dürfe. Ein solcher Kessel aus Kupfer sei ein starres Hindernis und würde eine zusätzliche Gefahr bedeuten, hieß es in dem Schreiben von Straßen NRW. Der Kreisel liege zwar noch in der Ortsdurchfahrt, allerdings im Übergangsbereich zur freien Strecke. Darum richte sich die bauliche Gestaltung nach einem Außerortskreisel.

»In Sundern ist mindestens genauso viel Verkehr wie an der Vlothoer Straße. Ist die Unfallgefahr dort etwa kleiner?«, fragt sich Klaus Plaszczek, Kassenwart des Verschönerungsvereins und spricht von einem Plagiat. Straßen NRW war für eine Stellungnahme gestern nicht mehr zu erreichen.

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