Herforder Tafel über Weihnachten und Neujahr geschlossen: Hiddenhauser will helfen Ein Herz für Bedürftige

Herford (WB). Als er davon hörte, dass die Herforder Tafel über Weihnachten und Neujahr geschlossen bleibt, packte Dirk Lemmer der Tatendrang. Am kommenden Dienstag will er in seinem Imbiss in Eilshausen mindestens 50 Pakete mit Lebensmitteln an Bedürftige verteilen.

Von Christina Ueckermann
Wollen helfen: Dirk Lemmer und seine Angestellte Inge Bergner geben am kommenden Dienstag im Imbiss an der Bünder Straße Lebensmittelpakete an Bedürftige aus.
Wollen helfen: Dirk Lemmer und seine Angestellte Inge Bergner geben am kommenden Dienstag im Imbiss an der Bünder Straße Lebensmittelpakete an Bedürftige aus. Foto: Christina Ueckermann

»Ich muss etwas unternehmen«, war Dirk Lemmers erster Gedanke nach dem Artikel vom 17. Dezember. »Es gibt so viele Menschen, die sich darauf verlassen, Lebensmittel von der Tafel zu bekommen. Die dürfen doch nicht im Stich gelassen werden«, sagt er.

Zwar habe er mit Weihnachten »nicht viel am Hut«, trotzdem wolle er Menschen, die nicht viel Geld haben, dabei helfen, schöne Tage verbringen zu können. Lemmer rief seine Lieferanten an und erzählte von der Idee. »Alle waren begeistert und haben mir sofort Spenden zugesagt«, erzählt der Inhaber des »Imbiss Kröger« an der Bünder Straße 378 in Eilshausen.

Auch einige örtliche Handwerker und Unternehmen sagten ihre Hilfe zu. Sie spendeten größtenteils Geld. »Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass ich so viel erreichen kann und so viel positive Resonanz kriege«, sagt Lemmer.

Bis jetzt hat er schon Lebensmittel für knapp 50 Kisten gesammelt. Weißbrot, Kartoffelsalat, Heißwürstchen, Obst, Kekse, Süßigkeiten, Schinken und Mettenden sollen die Kisten füllen. »Dazu lege ich jeweils einen Gutschein für ein Essen in meinem Imbiss«, sagt Lemmer. Von den Geldspenden will er weitere Lebensmittel kaufen, um noch mehr Menschen eine Freude machen zu können.

Ausgabe am 23. Dezember

Am Dienstag vor Heiligabend will Lemmer die Päckchen dann von 12 bis 20.30 Uhr zusammen mit seinen Angestellten in dem Imbiss an der Bünder Straße ausgeben. »Es wäre gut, wenn jeder, der ein Paket haben möchte, seine Bedürftigkeit nachweisen kann – zum Beispiel mit dem Ausweis der Tafel«, sagt er.
Barbara Beckmann, Vorsitzende der Tafel, freut sich über so viel Resonanz und Hilfsbereitschaft. »Die Meldung, dass wir zwei Wochen schließen, hat für großes Aufsehen gesorgt«, sagt sie. Sie bittet aber auch um Verständnis, den ehrenamtlichen Helfern das Weihnachtsfest zu gönnen. Bedürftige hätten sich in dieser Woche aber noch mit Lebensmitteln eindecken können. »Wir geben alles raus, was wir vorrätig haben«, sagt sie.

Tafel ab 6. Januar wieder geöffnet

Nach Weihnachten nehmen die Mitarbeiter Spenden wieder gerne entgegen. »Vor allem Geld können wir gut gebrauchen. Mit einer Tankfüllung können wir mehr Lebensmittel abholen, als wir für den gleichen Betrag kaufen könnten«, erklärt sie. Ab dem 6. Januar geht es bei der Tafel am Benter Weg mit voller Kraft weiter.

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