Britische Afghanistan-Heimkehrer werden ausgezeichnet Wiedersehen mit Mummy und Daddy

Herford (WB). Große Ehre: 220 Soldaten der in Herford stationierten britischen Streitkräfte sind am Donnerstag für ihren Einsatz in Afghanistan ausgezeichnet worden.

Von Moritz Winde
Hoppla, wer marschiert denn da? Auch die Kinder der Soldaten wurden – wie ihrer Väter und Mütter – mit einem Orden ausgezeichnet. Eine Belohnung dafür, dass sie die herausfordernde Zeit gut überstanden haben
Hoppla, wer marschiert denn da? Auch die Kinder der Soldaten wurden – wie ihrer Väter und Mütter – mit einem Orden ausgezeichnet. Eine Belohnung dafür, dass sie die herausfordernde Zeit gut überstanden haben Foto: Moritz Winde

Nur das Wetter wollte nicht so richtig zum Anlass passen. Eigentlich sind die Briten ja hartgesotten, dieser Platzregen vom Mittag während der Eröffnungsparade aber war selbst für die Soldaten und deren Angehörige zu viel. Darum entschied man sich kurzerhand, die Zeremonie und Ordensverleihung nach drinnen zu verlegen. Die Parade des Militärs auf dem großen Exerzierplatz der Hammersmith-Kaserne war damit die kürzeste, die es im Rahmen einer solchen Würdigung je gab. »Es ist kalt und nass, unsere Herzen aber sind warm«, sagte der Generalmajor und Befehlshaber der 1. Britischen Division, James Chiswell.

Das regnerische Wetter tat somit der guten Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Im kuschelig-warmen Offiziers-Kasino war es wohltuend eng, es wurde familiär und festlich. Nicht nur die Soldaten des Fernmelderegiments, die von Ende Mai bis Anfang Dezember in der südafghanischen Provinz Helmand ihren Dienst fürs britische Vaterland geleistet hatten, wurden geehrt. Auch die Kinder, die in dieser Zeit auf Daddy oder Mummy verzichten mussten, wurden mit Miniaturorden gewürdigt. Generalmajor Chiswell: »Damit soll anerkannt werden, dass sie die herausfordernde Phase und die Abwesenheit von Vater oder Mutter gut gemeistert haben.«

Generalmajor James Chiswell (links) verleiht die Orden an die Soldaten, die aus ihrem Einsatz in Afghanistan nach Herford zurückgekehrt sind. Foto: Moritz Winde

Jetzt aber, kurz vor Weihnachten, ist die Freude in den Familien der Soldaten groß. »Ja, es stimmt, es war eine harte Zeit. Gut aber war, dass wir jede Woche mit meinem Mann skypen konnten«, erzählt Nichola Graham. Die Soldaten müssten ihren Job machen, auch wenn es bei monatelangen Einsätzen wie dem in Afghanistan immer bedauerlich sei, dass der Vater das Aufwachsen der Kinder eine zeitlang nicht mitbekommen würde.

Auch Ethan Bower (7) ist froh, dass Daddy wieder zu Hause ist. »Jetzt kann ich endlich wieder mit ihm spielen.« Viele Soldaten werden Weihnachten in Großbritannien verbringen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.