Engeraner Trio Infernale gibt nach 25 Jahren Abschiedskonzert am 7. April Vor den Auftritten nie geprobt

Enger (WB). Nach 25 Jahren und etwa 1000 Konzerten ist Schluss. Das Trio Infernale gibt am 7. April sein letztes Konzert. Den Freunden Jens Kosmiky, Sebastian Dold und Jens-Holger Gläsker fällt der Abschied nicht allzu schwer – sie werden auch weiter Musik machen. Nur eben nie mehr als Trio.

Von Kathrin Weege
Sie sind ein eingespieltes Team und brauchen keine festgelegte Playlist für ihre Konzerte: das Trio Infernale mit Sebastian Dold, Jens-Henning Gläsker und Jens Kosmiky (von links).
Sie sind ein eingespieltes Team und brauchen keine festgelegte Playlist für ihre Konzerte: das Trio Infernale mit Sebastian Dold, Jens-Henning Gläsker und Jens Kosmiky (von links). Foto: Kathrin Weege

Sie haben vor ihren Konzerten nie geprobt, hatten keine Playlist, dafür immer jede Menge Gags parat. Beim Auftritt, manchmal im Song selber, tauschten sie die Instrumente. »Wir sind ein gut eingespieltes Team. Einer gibt die erste Note an und die anderen wissen Bescheid, stimmen ins Lied ein«, schildert Jens Kosmiky (40, Gesang und Gitarre) den Konzertablauf.

Genau das sei es, was den Abschied vom Trio schon ein wenig traurig für ihn mache. »Wir verstehen uns blind. Das funktioniert eben nur bei uns dreien«, sagt Kosmiky und Dold (41, Gitarre und Bass) und Gläsker (42, Schlagzeug und Bass) nicken.

Kein Konzert wie das andere

In der Region ist das Trio beliebt wie eh und je. Warum ist nach 25 Jahren plötzlich Schluss? »Bei uns war immer alles spontan, kein Konzert war wie das andere. Wir wollen aufhören, bevor wir irgendwann Gags doppelt bringen«, meint Dold. Gläsker: »Die Trio-Zeit waren vor allem die 90er und 2000er Jahre, als auch richtig viel Comedy entstand. Alles hat seine Zeit – wir wollen uns am Ende nicht für Veranstaltungen anbieten müssen.«

Und noch ein dritter Aspekt spielt eine entscheidende Rolle: »Wir sind alle älter geworden. Es dauert lange, bis bei Feiern alles auf- und abgebaut ist und wir nach der Fahrt wieder zu Hause sind«, erzählt Kosmiky. Das schlaucht, geht auf Knochen und Konstitution.

Das Trio Infernale hat nicht nur bei vielen Stadtfesten für Stimmung gesorgt, sondern auch auf Privatfeiern. Teilweise waren die Freunde drei Abende am Stück auf der Bühne – und am Montag begann auch für sie die neue Arbeitswoche.

Das Trio Infernale 2007.

Kosmiky, Dold und Gläsker kennen sich seit ihrer Schulzeit am Widukind-Gymnasium und gründeten in den 90er Jahren eine Schulband, eine zweite mit Namen »Weiß der Teufel« folgte. »Wir haben gemeinsam mit drei anderen Musikern auf Abibällen gespielt. Als die anderen drei einmal eine Pause machten, stellten wir fest, dass es zu dritt auch richtig Spaß macht«, blickt Gläsker zurück.

Die Kumpel spielten fortan eine Zeit lang einfach so zu dritt. Das erste Mal als Trio traten sie bei einer Privatparty 1995 in einem Keller in Bünde auf. Es folgten viele Auftritte im Irrlicht in Spenge, die traditionellen Weihnachtskonzerte, Auftritte beim Kirschblütenfest in Enger und anderen Stadtfesten in der Region.

Weihnachtskonzerte bleiben unvergessen

Zu den besonders schönen Erlebnissen zählen die Musiker ihr zehntes Weihnachtskonzert, das im Bünder Stadtgarten mit dem Gospelchor Injoy und einem Streicher-Terzett stattfand. »Unvergessen bleiben auch die ersten Auftritte im Irrlicht am Hücker Moor und ein Konzert im Alando in Osnabrück. Dort zündete der Betreiber am Ende die Konfettikanone. Es knallte, wir haben uns richtig erschreckt«, blickt Kosmiky zurück. Und der schrecklichste Auftritt? Kosmiky: »Ganz klar: Das war überall dort, wo wir uns auf kalten Toiletten oder im Spülzelt umziehen mussten.«

Wie es nach dem Trio weitergeht, steht nicht fest. Klar ist aber, dass die drei weiter Musik machen werden. Sie rocken ja auch als Krawallo gemeinsam. Dold: »Wir freuen uns jetzt erst auf den letzten Auftritt. Das wird ein typisches Trio-Konzert: Länge, Songs und Gags sind vorher unbekannt.«

Abschiedsauftritt in Lippinghausen

Das große Trio-Infernale-Abschiedskonzert findet am Samstag, 7. April, ab 20 Uhr im Haus des Bürgers in Hiddenhausen-Lippinghausen statt. Einlass ist bereits um 19 Uhr. Platz ist dort für maximal 500 Personen.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Donnerstag, 1. März. Erhältlich sind die Karten in der Mühlen-Apotheke in Enger, bei Eventim und »Musikreativ« . Beim Konzert wird eine Leinwand aufgebaut, auf der alte Trio-Fotos gezeigt werden sollen. Wer noch tolle Bilder hat und möchte, dass sie an dem Abend präsentiert werden, der kann sie einsenden unter: trio@glaesker.de

Sebastian Dold, Jens Komiky und Jens-Henning Gläsker (von links) rocken seit Mitte der 90er Jahre als Trio Infernale.

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