Realschule Enger: Theaterprojekt thematisiert sexuelle Übergriffe »Ein Tritt ins Glück« trifft Nerv

Enger (WB). Sexuelle Übergriffe – kaum ein Thema ist derzeit aktueller. Da trifft es sich gut, dass die Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück mit ihrem Projekt »Ein Tritt ins Glück« zum dritten Mal in der Realschule Enger zu Gast gewesen ist. Daran teilgenommen haben die mehr als 120 Schüler der vier neunten Klassen.

Von Frauke Kanbach
Michael Przewodnik (von links), Philip Hager, Janina Meiners und Karina-Lisa Paritsch bringen »Ein Tritt ins Glück« auf die Bühne. Sie sind ausgebildete Musical-Darsteller.
Michael Przewodnik (von links), Philip Hager, Janina Meiners und Karina-Lisa Paritsch bringen »Ein Tritt ins Glück« auf die Bühne. Sie sind ausgebildete Musical-Darsteller. Foto: Frauke Kanbach

Viele Mädchen und Jungen machen unfreiwillige sexuelle Erfahrungen, die sehr unterschiedlich sein können. »Sexuelle Übergriffe sind Thema im Biologieunterricht«, erklärt Schulleiter Joachim Blombach, dass das jedoch nicht der geeignete Raum für eine Aufarbeitung dieses schwierigen Themas sei. Die Erfahrungen in den vergangenen Jahren hätten gezeigt, dass »Ein Tritt ins Glück« die Schüler besser erreiche.

Teenager-Liebesgeschichte

Das Spektrum reicht von anzüglichen und sexuell beleidigenden SMS bis zu massiven körperlichen Attacken, Nötigungen und Vergewaltigungen. Blombach findet es daher wichtig, die Schüler frühzeitig dafür zu sensibilisieren. Das Theaterprojekt »Ein Tritt ins Glück« setzt genau hier an. Es erzählt die (Liebes-) Geschichte von vier Teenagern, bis einer von ihnen eine Grenze überschreitet. »Es soll die Jugendlichen ermutigen, die Kontrolle über ihre Grenzen nicht zu verlieren – auch wenn sie ihr Herz verschenken«, erzählt Schauspieler Philip Hager.

In der zweistündigen pädagogischen Nachbereitung werden von Akteuren und Schülern gemeinsam Strategien entwickelt, wie man sich besser vor Verletzungen schützen kann als die Figuren des Stücks. »Dabei lernen die Jugendlichen, Mut aufzubringen, nein zu sagen, wenn sie sich unwohl fühlen – und das Nein anderer zu respektieren«, so Hager. Weil »Ein Tritt ins Glück« so gut ankommt, will das Engeraner Maschinenbauunternehmen Multivac das Projekt auch im kommenden Schuljahr finanziell unterstützen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.