Versammlung beim WLV – Dedert: »Bürger haben sich von Landwirtschaft entfernt« Verband wirbt für Imagekampagne

Enger/Spenge (WB). Die Mitglieder des Ortsverbands Enger-Spenge des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) haben bei der Jahreshauptversammlung ihren Vorstand für weitere drei Jahre bestätigt. Jochen Höner bleibt Vorsitzender, seine Stellvertreter sind Egbert Storck und Bernd Walkenhorst. Das Amt des Kassierers bekleidet Günter Niederhaus, Schriftführer ist Horst Kötter-Hempelmann. Beisitzer und Kreisverbandsdelegierter ist Dietmar Obermann. Neu im Kreisverbandsausschuss ist Achim Dingerdissen.

Von Daniela Dembert
Hermann Dedert (von links), Vorsitzender des WLV-Kreisverbands, und der neugewählte Vorstand des Ortsverbands Enger-Spenge, bestehend aus Egbert Storck, Jochen Höner, Horst Kötter-Hempelmann, Günter Niederhaus und Dietmar Obermann mit Achim Dingerdissen (Delegierter Kreisverband).
Hermann Dedert (von links), Vorsitzender des WLV-Kreisverbands, und der neugewählte Vorstand des Ortsverbands Enger-Spenge, bestehend aus Egbert Storck, Jochen Höner, Horst Kötter-Hempelmann, Günter Niederhaus und Dietmar Obermann mit Achim Dingerdissen (Delegierter Kreisverband). Foto: Daniela Dembert

Mehrmals im Jahr, vornehmlich im Winter, wenn die Feldarbeit ruht, trifft sich der Ortsverband, um sich in Vorträgen über agrarpolitische Beschlussfassungen zu informieren und aktuelle Themen und Probleme aus den Bereichen Landwirtschaft und Naturschutz zu diskutieren. 204 Mitglieder ist der Verband stark, davon sind etwa ein viertel als Landwirte aktiv.

Austauschplattform für Landwirte

»Der Ortsverband dient den Landwirten der Umgebung, die ja häufig mit ganz ähnlichen Problemstellungen konfrontiert sind, als Austauschplattform. Das gilt auch, wenn es um Flächenveräußerung oder -tausch geht. Außerdem ist der Ortsverband Ansprechpartner für die Kommune, als Bindeglied zwischen Landwirten und Verwaltung«, erörtert Jochen Höner.

Mit einem Vortrag über Rahmenbedingungen auf EU-, Bundes- und Landesebene und verbandspolitische Themen gastierte der Vorsitzende des WLV-Kreisverbands, Hermann Dedert, in Spenge. Mit der neuen Landesregierung pflege der Verband ein kooperatives Verhältnis, wie beispielsweise beim Thema Grundwasserschutz, so der Referent. Derzeit medienpräsentes Thema: die Wildschweinjagd zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest. »Das Einschleppungsrisiko durch Schwarzwild ist hoch. Wichtig ist, dass Landwirtschaft, Jägerschaft, Veterinäramt und Politik zusammenarbeiten«, betonte Dedert.

Zur Aufmerksamkeit angehalten

Die Jagd in Bielefeld sei durch das Veterinäramt veranlasst worden. Durch revierübergreifende Maßnahmen könne ein Grassieren, das im schlimmsten Fall die Schlachtung vieler tausend Nutztiere zur Folge hätte, verhindert werden. Landwirte selbst seien in ihren Betrieben zu Aufmerksamkeit angehalten.

Verbandspolitisch kamen die Initiative Tierwohl, die Diskussion um den Kastenstand sowie die Düngeverordnung und rechtliche Grundlagen bei Stalleinbrüchen auf den Tisch. Zunehmende Unsicherheiten unter den Verbrauchern hätten ihm vor allem eines gezeigt, so Hermann Dedert: »Die Bevölkerung hat sich von der Landwirtschaft entfernt und hat wenig Einblick in das, was wir machen und wie wir arbeiten. Für mich ist klar: wir haben noch viel zu tun.« Der Kreisverbandschef warb für eine Imagekampagne, die über die landwirtschaftliche Arbeit vor Ort informiert.

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