Annette Panhorst veröffentlicht neues Buch zur Varusschlacht Den Römern auf die Finger geschaut

Enger (WB). War die Varusschlacht wirklich in Kalkriese, das Sommerlager des römischen Feldherrn in Minden und das Winterlager des Tiberius in Anreppen? Antwort auf diesen Fragen gibt Annette Panhorst (72) aus Enger-Pödinghausen in ihrem neuen Buch mit dem Titel »Wo war Varus?«.

Von Gerhard Hülsegge
Seit vielen Jahren beschäftigt sich Annette Panhorst mit der Varusschlacht. 2008 erschien ihr Buch »Leichenfledderei im Teutoburger Wald« auf Deutsch und in Englisch. »Wo war Varus?« fragt die 72-Jährige in ihrem jüngsten Werk.
Seit vielen Jahren beschäftigt sich Annette Panhorst mit der Varusschlacht. 2008 erschien ihr Buch »Leichenfledderei im Teutoburger Wald« auf Deutsch und in Englisch. »Wo war Varus?« fragt die 72-Jährige in ihrem jüngsten Werk. Foto: Gerhard Hülsegge

»Selbst in Kalkriese ist man heute nicht mehr davon überzeugt, dass die Varusschlacht dort oder in Osnabrück-Fledder stattgefunden hat«, sagt die ehemalige Sekretärin der Universität Bielefeld und »Ur-Jöllenbeckerin«, wie Ehemann Friedhelm betont. Letzterer hat bei der Gestaltung der 356 Seiten starken Lektüre inklusive Bildmaterial geholfen. Annette Panhorst lässt darin die Jahre 15 v. Chr. bis 17 n. Chr. Revue passieren und bezieht sich dabei auf Texte der Historiker.

»Römer wurden im Lager überfallen«

In der Schlacht im Teutoburger Wald, auch Hermannsschlacht genannt, in der zweiten Hälfte des Jahres 9 n. Chr. erlitten drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross unter Publius Quinctilius Varus in Germanien eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung von Arminius, »Hermann«, dem Cherusker, dem in Detmold eigens ein Denkmal gesetzt wurde. Laut Panhorst haben die römischen und griechischen Geschichtsschreiber einiges falsch übersetzt, insbesondere was die Wasserläufe angeht. »Die Wissenschaftler verwechselten die Hase (Lepia) mit der Lippe (Lupia). Dabei verläuft die Hase parallel zu Ems und Weser, die Lippe aber von Ost nach West«, kritisiert Panhorst und ist sicher: »Die Römer wurden im Lager überfallen, nicht auf einem langen Zug.«

Werk für Geschichtsinteressierte

Die Geografie und Chronologie der römischen Okkupation in Germanien ist in weiten Teilen unbelegt. Annette Panhorst gibt Hilfestellung, analysiert und bewertet die Sichtweisen von Florus, Tacitus oder Dio. Sechs Jahre hat die verheiratete Mutter von zwei Kindern an ihrem neuen Buch gearbeitet, einem Werk für Geschichtsinteressierte. Erschienen ist es im Verlag BoD – Books on Demand in Norderstedt. Erhältlich ist es (ISBN: 978-3-7412-8252-2) ab sofort im Buchhandel (19,99 Euro) oder auch als E-Book (7,99 Euro/978-3-743-1997-81).

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