Museen planen mehr als 50 Veranstaltungen in diesem Jahr Vom Tango bis zur Schubumkehr

Enger (WB). Mehr als 50 Veranstaltungen planen die drei Museen in Enger in diesem Jahr. Festgehalten sind sie auf 36 Seiten in dem neuen Programmheft für das Widukind-, das Gerberei- und das Kleinbahnmuseum, das die Beteiligten jetzt vorgestellt haben.

Von Gerhard Hülsegge
Buz: Regine Krull (Widukind-Museum, von links), Gerd Althoff (Kleinbahnmuseum) und Angela Franke (Gerbereimuseum) sind wie Bürgermeister Thomas Meyer, Jasmin Richardt (Firma Schlafmond), Christoph Ogawa-Müller (KuV), Christoph Reuther (Sparkasse), Helga Strack (Heckewerth-Stiftung) und Oliver Ohm (Volksbank) angetan vom neuen Kultur-Programm.
Buz: Regine Krull (Widukind-Museum, von links), Gerd Althoff (Kleinbahnmuseum) und Angela Franke (Gerbereimuseum) sind wie Bürgermeister Thomas Meyer, Jasmin Richardt (Firma Schlafmond), Christoph Ogawa-Müller (KuV), Christoph Reuther (Sparkasse), Helga Strack (Heckewerth-Stiftung) und Oliver Ohm (Volksbank) angetan vom neuen Kultur-Programm. Foto: Gerhard Hülsegge

»Viele Menschen sind in Enger in Sachen Kultur unterwegs«, sagt Regine Krull, Leiterin des Widukind-Museums. Und Gerd Althoff vom Kleinbahnmuseum ergänzt: »Ohne unsere Vereinsmitglieder funktioniert nichts.« Angela Franke vom Gerbereimuseum freut sich gar auf eine Veranstaltung, die leider keinen Eingang mehr in das 15.000-fach gedruckte Programmheft gefunden hat: eine Lesung zum Thema »Der Grabsänger« mit Kinderliedermacher und Autor Geraldino (Gerd Grashaußer) am 13. November um 19.30 Uhr.

Alle drei Museen setzen ihre erprobten und bewährten Kulturreihen wie das Curzweyl Cabinett, Lesungen oder Oldtimer- und Motorradausstellungen fort. Allerdings spielt die Literatur in diesem Jahr eine herausragende Rolle. Besonders im Gerbereimuseum, wo neben verschiedenen Tango-Abenden unter anderem am Dienstag, 16. Mai, eine Lesung mit Christiane Höhmann (»Der stille Zeuge«) stattfindet. Die Paderborner Autorin berichtet von einer Mutter, die absichtlich einen Autounfall herbeigeführt und anschließend mit einem Messer auf ihren Sohn eingestochen haben soll.

»Ich freue mich besonders auf Ragna Schirmer, das ist ein Weltstar«, gesteht Jasmin Richardt von der Firma Schlafmond in Herford. Die Pianistin spielt am Freitag, 22. September, ab 20 Uhr im Dachgeschoss des Widukind-Museums Werke von Franz Schubert und Franz Liszt. Das Herforder Unternehmen zählt zu den Sponsoren der Kultur in Enger, ohne die das Programm, insbesondere des Widukind-Museums, nicht zu finanzieren wäre.

Stadt trägt ein Drittel der Kosten

18.600 Euro stellt die Stadt Enger jährlich in einem Fonds zur Verfügung und trägt so ein Drittel der anfallenden Kosten. Den Rest steuern neben Schlafmond die Heckewerth-Stiftung, die Sparkasse und die Volksbank bei.

Bürgermeister Thomas Meyer hält die Museen für »sehr wichtig«. Das Image-Konzept der Kommune zahlt sich laut Christoph Ogawa-Müller, Mitglied der Projektgruppe, die die Mittel verteilt, und Vorsitzender des Kultur- und Verkehrsvereins (KuV), ebenfalls aus. »Mit dem Fonds kann gewuchert werden«, erklärt er. Helga Strack (Heckewerth-Stiftung) ist vom Konzept ebenfalls überzeugt und meint: »Jung und Alt wird etwas geboten. Alles lebt und es sollte am Leben erhalten bleiben.«

In der Galerie der ehemaligen Gerberei Sasse sind auch 2017 wieder regionale Künstler zu Gast. Im Kleinbahnmuseum geht’s am 22. April wieder auf Bustour entlang der ehemaligen Strecke der Herforder Kleinbahn. Und das Widukind-Museum lässt am 12. März einen ganzen Tag lang das Mittelalter und die beginnende Neuzeit mit den Themen Schrift, Druck, Malerei und Buch wieder aufleben. Am 10. November gibt es zudem ein »Rendezvous mit Fritz« und ein Wiedersehen mit Ulrike Ködding, die von Enger nach Berlin gezogen ist und nun mit dem Ensemble Maison Royale in ihre Heimatstadt zurückkehrt.

Auftakt am 14. Januar mit Winterkino

Regine Krull dankt den privaten Förderern aller Aktivitäten. Etwa 5000 Besucher jährlich kommen in das Widukind-Museum am Kirchplatz 10, 3500 in das Kleinbahnmuseum an der Bahnhofstraße 54 und 1000 in das Gerbereimuseum am Hasenpatt 4. Den Auftakt der Veranstaltungen bildet am Samstag, 14. Januar, 18 Uhr, das Winterkino des Stammtisches Barmeierplatz im Gerbereimuseum. Den Schlussakkord setzt das Reinhold-Westerheide-Trio an Freitag, 8. Dezember, um 20 Uhr mit einem Konzert im Widukind-Museum.

Dazwischen können sich die Besucher über einen Vortrag über Trolle, die Öffnung des italienischen Liederbuches, »Heiligs Blechle« (mit den Wild Things) und selbst über einen Vortrag von Prof. Dr. Stephan Rammler von der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig freuen. Sein Thema: die »Schubumkehr« und die Zukunft der Mobilität.

Das neue Museums-Programm liegt in den Engeraner Geschäften aus. Im Juli/August gehen Widukind- und Gerbereimuseum in die Sommerpause, weil es dann erfahrungsgemäß für Veranstaltungen in den Räumen zu warm ist.

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