Christel Dippel erhält betrügerischen Anruf von angeblichem Microsoft-Mitarbeiter »Einfach abwimmeln und auflegen!«

Enger (WB). »Hier ist Microsoft. Ihr Computer wurde gehackt. Wir helfen Ihnen, ihn wieder sicher zu machen.« Auf Englisch überrumpelt ein Mann Christel Dippel am Telefon. Er will die Engeranerin dazu bringen, ihren Computer mit dem Internet zu verbinden. Doch die 76-Jährige ahnt gleich nichts Gutes und wimmelt den Umbekannten ab.

Von Kathrin Weege
Schreck in der Morgenstunde: Ein Unbekannter, der sich als Microsoft-Mitarbeiter ausgibt, ruft Christel Dippel an und fordert sie auf, ihren PC mit dem Internet zu verbinden, um Sicherheitslücken zu schließen. Die 76-Jährige wimmelt den Anrufer aber ab.
Schreck in der Morgenstunde: Ein Unbekannter, der sich als Microsoft-Mitarbeiter ausgibt, ruft Christel Dippel an und fordert sie auf, ihren PC mit dem Internet zu verbinden, um Sicherheitslücken zu schließen. Die 76-Jährige wimmelt den Anrufer aber ab. Foto: Kathrin Weege

 Und damit hat sie alles richtig gemacht. Nun will sie andere Bürger auf das dreiste und aufdringliche Vorgehen der Anrufer hinweisen und sie warnen. »Ich habe direkt im Anschluss an den Anruf bei der Kriminalpolizei in Bielefeld angerufen. Dort habe ich erfahren, dass solche Anrufe keine Seltenheit sind«, sagt Dippel. Der Beamte erklärte ihr, dass diese Anrufer die Bürger dazu bringen, online zu gehen und dann so lange mit ihnen sprechen, bis sie den Computer von Ferne manipuliert haben. »Am Ende verlangen die Anrufer, dass man einen kleinen Obolus für die Hilfe überweist – und dann räumen sie im schlimmsten Fall das gesamte Konto leer, hat mir die Polizei erklärt«, so Dippel.

»Der Anrufer hat in schnellem Englisch mit mir gesprochen. Ich habe nicht alles verstanden. ich hatte den Eindruck, dass er auch kein Mutterprachler war. Er hat dann aber langsamer gesprochen, mir alles noch einmal erklärt. Ich sollte auf eine Internetseite gehen, auf der mir in Deutsch alles erklärt wird«, sagt Dippel. Und dann hätte sie sich wohl einen Virus oder einen Trojaner auf ihrem Rechner eingefangen. »Als ich gesagt habe, dass ich nicht online gehen werde, wurde der Anrufer spitzer im Ton. Letztlich habe ich ihn aber abgewimmelt und einfach aufgelegt«, so Dippel.

Als sie dann einige Zeit später den Computer einschaltete, kam eine Fehlermeldung. »Da hab ich einen Schreck bekommen und hatte schon Sorge, dass die Unbekannten sich doch irgendwie eingewählt haben. Der Computer-Fachmann konnte mich aber beruhigen. Das war nur eine PC-interne Sache«, sagt Dippel, die schon Lochstreifen und Floppy-Disketten in ihrer Computer-Laufbahn mitgemacht hat. »Als Buchhalterin hatte ich immer damit zu tun«, erzählt sie. Die Polizei vermutet, dass die Anrufer bewusst nach Vornamen in Telefonbüchern suchen, die auf ältere Bürger hindeuten, da diese oft unsicher im Umgang mit dem Computer sind.

Microsoft und Verbraucherzentralen warnen

Microsoft hat ebenfalls eine Warnung ausgesprochen und empfiehlt Betroffenen, sofort Betrugsanzeige bei der Polizei zu stellen. Der Software-Konzern rät, keine Daten am Telefon herauszugeben, sondern direkt wieder aufzulegen. Grundsätzlich unternimmt Microsoft keine unaufgeforderten Anrufe, in denen das Unternehmen persönliche Daten abfragt oder anbietet, einen Rechner zu reparieren. Darauf weisen auch die Verbraucherzentralen hin, denen diese Anrufe ebenfalls bekannt sind.

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