Parodist Andreas Neumann brilliert als Heinz Erhard im Universum Gelungener Wortwitz

Bünde (WB). Eine ganz andere Qualität von Comedy brachte Andreas Neumann auf die Bühne des Universums. Statt mit bissigen Kommentaren zu aktuellen Themen begeisterte der Parodist mit intelligentem Wortwitz. Damit füllte er die großen Fußstapfen von Heinz Erhard perfekt aus.

Von Thomas Klüter
Andreas Neumann imitiert nicht nur die Stimme von Heinz Erhard perfekt, er sieht dem brillanten Komödianten auch verblüffend ähnlich. In seiner Show im Universum schlüpfte Neumann aber auch in die Rollen von Inge Meisel oder Theo Lingen.
Andreas Neumann imitiert nicht nur die Stimme von Heinz Erhard perfekt, er sieht dem brillanten Komödianten auch verblüffend ähnlich. In seiner Show im Universum schlüpfte Neumann aber auch in die Rollen von Inge Meisel oder Theo Lingen. Foto: Thomas Klüter

»Weil der Biene der Schaumwein so gut schmeckt, nennt man sie ja auch Insekt«, reimte Neumann zum Beispiel mit Stimme und im Stil von Heinz Erhard. Oder: »Presst du Orangen, kriegst du Saft, du weißt. Presst du eine Nonne gibt’s Klosterfrau Melissengeist.« In bester Erhard-Manier eröffnete der Parodist seine Späße über das Fernsehen mit den Worten: »Wer A sagt, muss auch RD sagen.« Früher habe er in der Programmzeitschrift alles angestrichen, was er sehen wollte – und am Ende der Woche sei der Filzstift leer gewesen. »Heute ist er ausgetrocknet, bevor ich was Interessantes gefunden habe.« Da würde es passen, dass die Bildschirme heutzutage so flach seien, sagte Neumann mit der Stimme von Heinz Erhard. »Das Programm hat ja auch keine Tiefe mehr.«

Große Figuren der Unterhaltung

Der Parodist hatte aber noch weitere große Figuren der deutschen Unterhaltung im Programm. Marcel Reich-Ranicki wurde da zum Flaschengeist, Heinz Rühmann, Theo Lingen und »Ekel Alfred« strandeten auf einer einsamen Insel und Adolf Tegt-meier kam als Deutschlehrer zu Wort.

Mit all diesen Figuren entführte Neumann das Publikum in die Zeit der großen deutschen Unterhaltungskunst. Und viele der Zuschauer konnten sich wahrscheinlich noch gut an die Künstler von damals erinnern.

Plätze doppelt vergeben

Dass Andreas Neumann kann, was er da tut, dass er gut ist, hatte sich vorher wohl schon herumgesprochen in Bünde und Umgebung. Das Universum war nämlich nicht nur komplett besetzt, Veranstalter Dirk Kaiser hatte sogar noch zusätzlich Stühle aufgestellt, um den Ansturm der Besucher zu bewältigen. »Unsere Plätze waren sogar doppelt vergeben«, berichtete ein Besucherpaar. »Das müsse durch einen technischen Fehler im Buchungssystem entstanden sein, hat man uns gesagt.« Das betroffene Paar konnte alternativ auf Stühlen im hinteren Bereich Platz nehmen und wurde als Wiedergutmachung von Kaiser persönlich mit Freigetränken versorgt. »Uns macht das nichts aus«, war sich das Paar einig. »Wir sehen auch von hier gut. Das Programm von Andreas Neumann ist klasse.«

Der lieferte weitere wortwitzige Späße von der Bühne: »Ich bin so zerstreut wie ein Sandsack nach dem Winter« zum Beispiel und als krönenden Abschluss gab’s noch einen der Klassiker von Heinz Erhards Gedichten: »Hinter eines Baumes Rinde, saß die Made mit dem Kinde...«.

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