Bünder Lokalpolitiker beschäftigen sich mit Bürgerantrag und Online-Petition Stadttaubenschlag wird Ausschussthema

Bünde  (WB). Sollte Bünde einen Stadttaubenschlag erhalten? Mit dieser Frage beschäftigen sich am Dienstag, 13. März, die Mitglieder des Bünder Hauptausschusses. Tierfreundin Tanja Bültermann hat bei der Verwaltung einen entsprechenden Bürgerantrag eingereicht.

Von Daniel Salmon
Mehrere Geschäftsleute in der Bünder Fußgängerzone haben sich zu Jahresbeginn über die Tauben und ihre Hinterlassenschaften echauffiert. Nach Ansicht von Tierschützern könnte ein Stadttaubenschlag die Situation entspannen.
Mehrere Geschäftsleute in der Bünder Fußgängerzone haben sich zu Jahresbeginn über die Tauben und ihre Hinterlassenschaften echauffiert. Nach Ansicht von Tierschützern könnte ein Stadttaubenschlag die Situation entspannen. Foto: dpa

Vor einigen Monaten waren Anlieger und Geschäftsleute, vor allem an der oberen Eschstraße, an die Öffentlichkeit gegangen, hatten sich über die Verschmutzung ihrer Gebäude mit Taubenkot beschwert. Für Ärger sorgte zudem, dass immer wieder Futter für die Tiere in der Fußgängerzone verteilt.

Online-Petition für Stadttaubenschlag

Bereits im Januar regte Melissa Tomanek, die im Osnabrücker Land eine Auffangstation für Tauben betreibt, und auch die Situation in Bünde kennt, die Errichtung eines Stadttaubenschlags zur Entspannung der Situation an. Dieser sollte ehrenamtlich betreut werden, so das für die Stadt keine oder kaum kosten entstehen würden.

2617 Unterschriften gesammelt

Im Internet startete sie daher eine Online-Petition. Tomaneks Ziel: Binnen 60 Tagen wollte sie 5000 Unterschriften für ihr Anliegen sammeln. Das Votum endete am 8. März. Exakt 2617 Menschen aus ganz Deutschland unterstützen demnach die Idee der Osnabrückerin. Die Liste mit den Namen will sie Bürgermeister Wolfgang Koch übergeben.

Wegen ihres Engagements für die Bünder Tauben sei Tomanek in der Vergangenheit in der City regelrecht angefeindet worden. Etwa als sie versuchte, kranke Tiere einzufangen. Sie sagt zudem: »Mit den Tauben in Bünde scheinen manche Leute wirklich Probleme zu haben. Vor Kurzem wurde zwei Tiere gefunden, die offensichtlich angeschossen wurden. Das muss wer gewesen sein, der auch schießen kann.« Denn die Tiere sei wohl im Flug getroffen worden, die Projektile hätten die Flügelknochen durchschlagen. Wegen der Vorfälle sei Anzeige bei der Polizei erstattet worden. Unterstützend zu Tomaneks Petition hat Tanja Bültermann, die seit einigen Jahren eine Pflegestelle betreibt, Anfang Februar den Antrag auf die Errichtung eines betreuten Stadttaubenschlags eingereicht. Und zwar »um eine friedliche ›Nachbarschaft‹ von Stadttauben und Bünder Bürgern zu schaffen«.

»Maximal 20 bis 30 Tiere im Kernbereich der Innenstadt«

Tomanek und ihre Mitstreiter waren bislang von rund 50 Tauben im Bereich der Eschstraße ausgegangen. Die Stadt selbst schätzt das »Problem« wesentlich geringer ein. »Durch die Berichterstattung in den Medien ist hier fälschlicherweise der Eindruck entstanden, dass es in Bünde ein Problem mit einer überbordenden Taubenpopulation gebe«, heißt es in den Unterlagen für den Hauptausschuss. Nach Beobachtungen der Verwaltung lebten im Kernbereich der Innenstadt (Fußgängerzonen Bahnhof- und Eschstraße) jedoch nur maximal 20 bis 30 Tiere, die in der öffentlichen Wahrnehmung eine Rolle spielten.

In der Sitzung der Lokalpolitiker am Dienstag sollen Bültermanns Antrag und Tomaneks Petition aufgegriffen werden. Ebenso soll dann auch eine Stellungnahme des Kreisveterinäramtes zu der Angelegenheit vorliegen. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr.

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