Straftat-Statistik: Mehr Fälle aufgeklärt – Gewaltserie in der Innenstadt vorerst beendet – mit Video Einbrüche bleiben das größte Problem im Kreis Herford

Herford (WB). Landrat Jürgen Müller und die Kreispolizei sprechen von der »besten Aufklärungsquote seit 1982«: Knapp 57 Prozent aller Straftaten konnten im vergangenen Jahr aufgeklärt werden.

Von Jan Gruhn
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht der Kriminalstatistik für den Kreis Herford hervor. Insgesamt wurden genau 12.423 Straftaten begangen, was einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr entspricht (-2,7 Prozentpunkte). »Der Kreis Herford ist und bleibt einer der sichersten Kreise in OWL und NRW«, verkündete Landrat Müller. Landesweit sieht die Quote noch besser aus: So wurden etwa 1,37 Millionen Straftaten registriert, was einem Rückgang von etwa 6,5 Prozentpunkten entspricht.

Präsentieren die Straftat-Statistiken (von links): Landrat Jürgen Müller, Andreas Meyer, Reinhold Bethlehem (beide Kreispolizei) sowie Behörden-Chef Dirk Zühlke. Foto: Jan Gruhn

»Serie ist vorbei«

Das subjektive Gefühl dürfte vor allem bei den Herfordern ein anderes sein –  schließlich hatte kürzlich eine Welle scheinbar willkürlicher Gewalt die Innenst adt erfasst. »Es schien, als könnte jeder zufällig Opfer werden«, sagte der stellvertretende Direktionsleiter Reinhold Bethlehem bei der Präsentation der Zahlen. »Aber diese Serie ist dank der eingeleiteten Maßnahmen abgerissen.«

Mit 14 Prozent stellen die sogenannten Rohdelikte allerdings nur einen kleinen Teil der Gesamtstraftaten dar. Mit 42 Prozent dominiert der Diebstahl – Wohnungseinbrüche seien weiter ein Schwerpunkt der Kreisbehörde, heißt es. Mehr als jede fünfte Straftat ist ein Vermögens- oder Fälschungsdelikt, etwas weniger als jede zehnte ist eine Sachbeschädigung.

In Enger legen die Verbrecher zu

Während sich in der Gesamtzahl der Straftaten im Kreis nur wenig bewegt, gibt es in den einzelnen Kommunen zum Teil starke Rückgänge: In Kirchlengern sind die Delikte um fast ein Fünftel zurückgegangen (2017: insgesamt 517 Straftaten). In Löhne sind es knapp 14 Prozentpunkte weniger (2017: 1765). Einen deutlichen Anstieg verzeichnet indes Enger: Dort sind fast ein Fünftel mehr Straftaten begangen worden (2017: 637).

Der Anteil der Tatverdächtigen ohne deutschen Pass ist leicht gesunken – auf knapp 29 Prozent (2016: 30 Prozent). Mit Blick auf den Fünf-Jahres-Trend habe sich dieser Anteil zwar insgesamt leicht erhöht, erklärte Kreispolizei-Chef Dirk Zühlke. Aber ein außergewöhnlicher Ausbruch sei das nicht.

Mehr »Cybercrime«

Drastisch steigend sind die Zahlen in der Computerkriminalität: 327 Taten hat die Polizei im vergangenen Jahr gezählt (2016: 289/2015: 84). Bei den Betäubungsmittel-Straftaten liegt Cannabis mit 219 ganz vorne (2016: 150). Weit danach kommt Ecstasy mit 65 Fällen (2016: 38). Heroin und Kokain spielen im Kreis kaum eine Rolle. 

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