Anwohner sind mit bisherigen Konzepten zur Quartiersentwicklung nicht zufrieden und gründen Initiative Britensiedlungen: Bürger wollen mitreden

Bünde (WB). Nicht wenige Einwohner in Hunnebrock, Hüffen und Werfen scheinen mit der derzeit nicht abschließend geklärten Zukunft der ehemaligen Britensiedlung unzufrieden zu sein. Daher haben sie eine Bürgerinitiave gegründet und fordern mehr Beteiligung in der Sache.

Von Daniel Salmon
Die Zukunft der Britenhäuser ist noch nicht geklärt.
Die Zukunft der Britenhäuser ist noch nicht geklärt. Foto: Daniel Salmon

Nach Informationen dieser Zeitung sollen sich 165 Anwohner in eine entsprechende Liste mit Forderungen für eine »Bürgerinitiative Hunnebrock-Hüffen-Werfen« eingetragen haben. Die Bürger kritisieren unter anderem die Stadtverwaltung, die sich mit der Entwicklung des Ortsteils ihrer Ansicht nach »zu spät« befasst habe.

Keine dauerhafte Belegung durch Flüchtlinge

So hätte Bürgermeister Wolfgang Koch im Herbst 2015 bei einer Anliegerversammlung in der Grundschule Hunnebrock angekündigt, dass keine dauerhafte Belegung der BiMA-Liegenschaften mit einer größeren Zahl an Flüchtlingen angestrebt sei. »Der Bürgermeister bat ausdrücklich um Verständnis, diesen Zustand vorübergehend zu akzeptieren. Man würde sich kurzfristig in Planungen begeben, neue Wohneinheiten auch in anderen Stadtteilen durch sozialen Wohnungsbau zu schaffen. Was ist seitdem geschehen? Nichts!«, heißt es in einem Schreiben, das der Redaktion vorliegt.

Initiative bewertet Vorstoß der SPD positiv

Positiver bewerten die Mitglieder der Initiative einen Vorstoß der SPD zu dem Thema . So war in einer Sitzung des Stadtrates ein Antrag der Sozialdemokraten beschlossen worden, der »das Ziel verfolgt, dass sich die Verwaltung der BimA-Wohnungen insgesamt annimmt, ein Konzept erstellt und insbesondere eine Bürgerbeteiligung durchführt.« Gekommen sei es zu letzterem zu Bedauern der Listenzeichner nicht.

Weitere Kritik rief bei den Anliegern ein jüngst von der CDU entwickeltes Konzept zur Zukunft der Britenhäuser in Hunnebrock hervor, dass nur einen teilweisen Ankauf der Immobilien vorsieht. »Dieses Konzept entspricht nicht dem Ratsbeschluss vom 17. Oktober 2017«, monieren die Vertreter der Initiative. Denn dieser sehe vor, dass eine soziale und altersmäßige Durchmischung des Quartiers stattfinde. Das sei bei dem CDU-Vorschlag nicht der Fall. »Es soll lediglich der Status quo für die bereits belegten Wohnungen sichergestellt werden. Die anderen Wohnungen sollen ohne jegliche Einflussmöglichkeiten auf dem freien Markt vergeben werden«, heißt es in dem Schreiben. Die Einflussnahme durch die Stadt auf die weitere Quartiersentwicklung müsse aber gewährleistet werden. Zudem dürften in dem Bereich keineswegs nur Sozialwohnungen entstehen, um den Stadtteil Hunnebrock nicht zu überfordern: »Natürlich ist Platz für Flüchtlinge und sozial Schwache. Aber alles in Maßen.« So sollte eine sozial durchmischte Nutzung – vor allem durch Familien – überwiegen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass sich ein »sozialer Brennpunkt« bilde.

Forderungen zu Papier gebracht

Zu Papier haben die Initiatoren zudem verschiedene Forderungen gebracht, mit denen sie Politik und Verwaltung konfrontieren wollen. So fordern sie mit Blick auf die bislang propagierte Quartiersentwicklung der ehemaligen Britenunterkünfte »eine ernsthafte Beteiligung an der Erstellung des weiteren Nutzungskonzepts für die BimA-Wohnungen in Hunnebrock«. Es dürfe »kein sozialer Brennpunkt durch planlosen Verkauf und Nutzung der Wohnungen entstehen«. Auch nach Erstellung und Umsetzung eines Konzepts wollen die Unterzeichner eine Bürgerbeteiligung haben, um »akute Problematiken mit den Entscheidungsträgern« zu erörtern. »Wir möchten in einem ruhigen, lebhaften und familiären Stadtteil leben«, so die abschließende Forderung.

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