Betrunken Verkehrskontrolle in Bünde missachtet: 38-Jähriger muss 1125 Euro Strafe zahlen Polizist muss zur Seite springen

Bünde (WB). Mit 2,0 Promille Alkohol und Amphetaminen im Blut brauste er durch die Bünder Innenstadt, überfuhr bei einer Verkehrskontrolle fast einen Polizisten: Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ist ein 38-jähriger Autofahrer vom Bünder Amtsgericht zu einer Geldstrafe verdonnert worden. Zudem wird er seinen Führerschein vorerst nicht wiedersehen.

Von Daniel Salmon
Bei einer Polizeikontrolle erkannte der Angeklagte den Beamten laut eigener Aussage erst zu spät.
Bei einer Polizeikontrolle erkannte der Angeklagte den Beamten laut eigener Aussage erst zu spät. Foto: dpa

»Es tut mir total leid«, beteuerte der Mann auf der Anklagebank gleich zu Beginn der Verhandlung am Montagmorgen mit Blick auf die Geschehnisse vom 7. August vergangenen Jahres. Seinerzeit war er gegen 20.30 Uhr mit seinem Renault auf der Wasserbreite in Richtung Lübbecker Straße unterwegs gewesen – wie später herauskam mit gut 70 Stundenkilometern. Tempo 50 ist dort erlaubt.

Mann fiel wegen Fahrweise auf

Zwei Beamten, die eine Verkehrskontrolle durchführten, fiel der Mann wegen seiner Fahrweise auf, sie wollten ihn stoppen. Ein Polizist trat auf die Fahrbahn, schwenkte eine Verkehrskelle. »Aber er ist ohne langsamer zu werden weiter gefahren, hat sogar die Hände vom Lenkrad genommen. Wäre ich nicht zur Seite gesprungen, säße ich heute nicht hier«, gab der als Zeuge geladene Ordnungshüter zu Protokoll. Etwa 50 Meter nach dem Kontrollpunkt, sei der stark alkoholisierte Renault-Fahrer dann doch in die Eisen gegangen. »Der war völlig durch den Wind«, so der Polizist.

»Ich hatte an dem Abend Streit mit meiner Familie. Bin dann allein zu einem Schnellrestaurant gefahren«, erinnerte sich der seit einem Unfall gehbehinderte und auf Medikamente angewiesene Angeklagte an die Stunden vor dem Vorfall zurück. Als er wieder losfahren wollte, habe er die Wegfahrsperre nicht lösen können: »Dann habe ich auf dem Parkplatz dort Leute getroffen, die mir helfen wollten. Aber das klappte zunächst auch nicht.«

Angeklagter hatte Filmriss

Der Angeklagte schilderte weiter, dass er mit den Unbekannten dann Bier konsumiert habe. »Danach hatte ich einen Filmriss. Das nächste an das ich mich erinnere war, dass da der Polizist auf der Straße stand. Ich habe mich furchtbar erschreckt, dass ich überhaupt im Auto saß und habe die Hände vom Lenkrad genommen. Ich habe dann sofort angehalten«, so der 38-Jährige, der sich keinen Reim darauf machen konnte, wie die Rauschmittel in seine Blutbahn kamen.

Letztlich attestierte das Gericht dem bislang nicht vorbestraften Mann aufgrund des Rauschzustandes eine verminderte Schuldfähigkeit, verurteilte ihn zu 45 Tagessätzen zu je 25 Euro – insgesamt also 1125 Euro. Auf seinen Führerschein wird er zudem weitere sieben Monate verzichten müssen. Zudem wartet auf ihn eine medizinisch-psychologische Untersuchung.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.