Sportverein RW Kirchlengern als Bauherr – Kosten: 567.500 Euro Grünes Licht für Kunstrasenplatz

Kirchlengern (WB). Die Gemeinde Kirchlengern wird die Kosten für den Umbau des Elsesportplatzes in einen Kunstrasenplatz übernehmen. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend ohne Gegenstimme beschlossen.

Von Hilko Raske
Bald können sie bei Wind und Wetter auf Kunstrasen spielen: die Fußballer von Rot-Weiß Kirchlengern, die hier auf ihrem Platz gegen Stift Quernheim spielen. Der Gemeinderat hat sich für den Umbau des Elsesportplatzes ausgesprochen.
Bald können sie bei Wind und Wetter auf Kunstrasen spielen: die Fußballer von Rot-Weiß Kirchlengern, die hier auf ihrem Platz gegen Stift Quernheim spielen. Der Gemeinderat hat sich für den Umbau des Elsesportplatzes ausgesprochen. Foto: Philipp Bülter

Der Sportverein Rot-Weiß Kirchlengern hatte bereits 2013 einen Kunstrasenplatz beantragt und dies unter anderem mit den noch nicht behobenen Schäden bei der fehlerhaften Neuanlage 2010 begründet. Vorgesehen ist nun, dass der Verein beim Umbau des Platzes als Bauherr auftritt. Ihm wird dabei das Nutzungsrecht für die Sportanlage für die Dauer von 15 Jahren übertragen. Die Bewirtschaftungskosten übernimmt die Gemeinde. Für die Pflege des Platzes ist jedoch der Verein zuständig.

Zunächst mit Fördermitteln gerechnet

Die Kosten für den Umbau werden derzeit mit 567.500 Euro veranschlagt. Diese Summe will die Gemeinde als Kredit aufnehmen. Hinzu kommen Zinsen in Höhe von etwa 14.000 Euro, wie Kämmerer Stefan Junkermann informierte. Für den Umbau des Platzes soll der Sportverein einen Investitionszuschuss in Höhe der entstehenden Kosten erhalten.

Allerdings war ursprünglich vorgesehen, dass sich der Kreis Herford mit Fördermitteln an der Maßnahme beteiligt. Anfänglich war die Gemeinde von einem Zuschuss in Höhe von 114.000 Euro ausgegangen. Wie sich aber herausstellte, hatte die entsprechende Förderrichtlinie des Landes keine Gültigkeit mehr. Stattdessen hätte sich der Zuschuss auf 32.500 Euro belaufen – vorausgesetzt, dass für den Kunstrasenplatz eine Nutzung von 20 Jahren vorgesehen ist. Die Lebensdauer derartiger Plätze wird von Experten aber mit 15 Jahre angegeben, so dass eine 20jährige Nutzung als wenig realistisch erschien.

Fraktionen begrüßen Grundsatzentscheidung

In der Folge rechnete die Verwaltung auf Anregung von Ratsherr Günter Stuke (SPD) verschiedene Finanzierungsmodelle durch. Dabei zeigte sich, dass die jetzt beschlossene Variante, bei der der Verein als Bauherr auftritt und die Gemeinde Kreditnehmer ist, die niedrigsten Kosten verursachen würde.

Generell wurde diese Grundsatzentscheidung in Sachen Kunstrasenplätze von allen Fraktionen begrüßt. Michael Schmale (UWG) verwies jedoch darauf, dass hier erneut der Steuerzahler einen Kunstrasenplatz finanziere.

Und mit Blick auf den jetzigen Zustand des Platzes – eine bereits erfolgte Sanierung zog aufgrund von Mängeln einen Rechtsstreit nach sich, die sich anschließende Nachbesserung bezeichnete Bürgermeister Rüdiger Meier als mangelhaft – hoffe er, dass die Sportanlage künftig ohne Einschränkung bespielbar sei. CDU-Fraktionschef Detlef Kaase betonte, dass die CDU diese Lösung gut finde und mittrage.

Mit Blick auf die zwei Kunstrasenplätze, die die Gemeinde demnächst habe, sei dieses Thema dann vorerst aber auch abgehakt.

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