2000 Schüler besuchen 21. Ausbildungsplatzbörse Vielfältiger Marktplatz der Berufe

Bünde (WB). Ausprobieren heißt das Motto: Zwischen Ziegeln, Schaltkreisen und Schablonen wird die Berufsorientierung zum Blitzpraktikum. 100 Aussteller stellten sich am Freitag auf der 21. Bünder Ausbildungsplatzbörse im Stadtgarten vor, gaben detaillierte Einblicke in 150 Ausbildungsberufe.

Von Karl-Hendrik Tittel
Marcel Kokott (rechts) von der Fachinnung Metall Herford zeigt Tim Horstmann (links) und Blend Rexhepaj den Umgang mit dem Akkuschrauber.
Marcel Kokott (rechts) von der Fachinnung Metall Herford zeigt Tim Horstmann (links) und Blend Rexhepaj den Umgang mit dem Akkuschrauber. Foto: Karl-Hendrik Tittel

Etwa 2000 Besucher aus dem ganzen Kreisgebiet

Die von der Stadt Bünde in Kooperation mit der Initiative »Wirtschaftsstandort Kreis Herford« und der Agentur für Arbeit ausgerichtete Veranstaltung präsentierte sich bestens besucht. Mit einer Vielfalt an informativen und praxisnahen Ständen buhlten Unternehmen, Institutionen oder Schulen um das Interesse der etwa 2000 jungen Besucher aus dem ganzen Kreisgebiet.

Unbekannte Berufsfelder entdecken

Bei der hohen Anzahl an Präsentationen und Aktionen galt es, den Überblick zu behalten. Gleichzeitig bot die Fülle gute Gelegenheiten, bisher unbekannte Berufsfelder kennenzulernen. »Die Vielfalt der Ausbildungsplatzbörse ermöglicht den Kontakt zu Berufsfeldern jenseits der zehn beliebtesten Ausbildungsberufe und eröffnet den

Jugendlichen so zahlreiche attraktive Alternativen«, sagte Landrat Jürgen Müller. Bürgermeister Wolfgang Koch betonte sowohl die Aktualität dieser Veranstaltung als auch den im Laufe der Jahre gewandelten Schwerpunkt. »Früher suchten Schüler nach ihrem zukünftigen Ausbildungsplatz, heute suchen die Unternehmen nach zukünftigen Auszubildenden.«

Im direkten Gespräch, so Hans­peter Stegh von der Agentur für Arbeit Herford, könnten möglicherweise die Talente entdeckt werden, die die Schulnoten vielleicht nicht unbedingt abbildeten. »Die Firmen müssen diese Talente entdecken und weiter Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, damit der Kreis Herford ein starker Wirtschaftsstandort bleibt.«

Ihr bis dato ungeahntes Talent für ansprechende Spachtelarbeiten entdeckte Franziska Kopetzke am Stand der Maler- und Lackiererinnung Herford. Unter Anleitung von Azubi Daniel Görlich brachte sie mit Schablone und Spachtel ihr Sternzeichensymbol zu Papier. Die 14-jährige Engeranerin würde gerne Lehrerin werden, weiß aber um die große Herausforderung, die mit diesem Berufswunsch einhergeht: »Einem handwerklichen Beruf wäre ich auch nicht abgeneigt« Ähnlich sieht es Viktoria Zimmermann: »Fotografin wäre schon was Tolles, aber Hauptsache was Kreatives«, so die 16-jährige Gesamtschülerin.

Baugewerkeninnung hat ein Nachwuchsproblem

Im wahrsten Sinne des Wortes handfeste Einblicke in zahlreiche Ausbildungsberufe gab es reichlich. Bei der Baugewerkeninnung Herford bekamen die Schüler keine Broschüren in die Hand gedrückt, sondern Ziegel und Mörtelkellen. »Wir haben ein Nachwuchsproblem und müssen das Handwerk wieder attraktiver machen«, betonte Lehrlingswart Holger Knöpke. Tim Horstmann aus Bünde hat noch keine konkreten Berufsvorstellungen. »Ich bin für viele Möglichkeiten offen und möchte hier viel ausprobieren und mich inspirieren lassen«, so der 15-Jährige.

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