Frau plündert Konto von Ex-Arbeitgeberin – Verfahren vorläufig eingestellt Untreue Haushälterin vor Gericht

Bünde  (WB). Gleich mehrfach hat eine Haushaltshilfe (37) mit der EC-Karte ihrer Arbeitgeberin Geld von deren Konto abgehoben und für sich behalten. Wegen Computerbetrugs und Untreue musste sich die Frau daher vor dem Bünder Amtsgericht verantworten.

Von Daniel Salmon
Gut 4000 Euro hob eine Ex-Haushalthilfe mit der EC-Karte ihrer Arbeitgeberin von deren Konto ab und behielt es für sich. Dafür musste sie sich nun vor Gericht verantworten.
Gut 4000 Euro hob eine Ex-Haushalthilfe mit der EC-Karte ihrer Arbeitgeberin von deren Konto ab und behielt es für sich. Dafür musste sie sich nun vor Gericht verantworten. Foto: Friso Gentsch/dpa

Gut 4000 Euro vom Konto geplündert

Gut 4000 Euro hatte die Angeklagte laut Staatsanwaltschaft an sich gebracht. Zwischen 2002 und 2012 war die Bünderin zudem wegen unterschiedlichster Delikte verurteilt worden – teils zu Bewährungs-, teils zu Geldstrafen. Obwohl die Vorwürfe schwer wogen, wurde bei der Verhandlung auch das menschliche Schicksal hinter den Taten deutlich.

Donnerstagmorgen, Saal 1: Mit bedrückter Miene folgte die 37-Jährige der Verlesung der Anklageschrift. Demnach hatte die Betrugsserie im Februar 2017 ihren Anfang genommen. Weil die Arbeitgeberin der Bünderin damals aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage war, selbst Banknoten aus dem Geldautomaten zu ziehen, schickte sie ihre Haushaltshilfe los. Diese erhielt dafür Bankkarte samt Geheimnummer. 250 Euro sollte sie holen, hob aber stattdessen den doppelten Betrag ab und behielt den Rest für sich. Binnen weniger Tage bediente sich die Bünderin erneut am Konto der Geschädigten und kaufte mit der Karte für 200 Euro in einem Supermarkt ein.

»Sie hat Probleme, mit Geld umzugehen«

Verteidiger Ralf Eggersmann erklärte für seine Mandantin: »Der unterstellte Sachverhalt trifft zu. Da gibt es nichts zu beschönigen.« Gleichzeitig erklärte er, dass die vierfache Mutter unter einer Persönlichkeitsstörung leide, intellektuell minderbegabt sei und von einer gesetzlichen Betreuerin unterstützt werden müsse. Ihr Ehemann sei arbeitslos, ihre Kinder seien bei Pflegefamilien oder im Heim untergebracht. »Sie hat Probleme, mit Geld umzugehen, ist verschuldet. Was sie getan hat, tut ihr sehr leid.«

Die Angeklagte selbst erklärte: »Das Geld habe ich für meinen Sohn genommen, wenn er zu Besuch war. Davon habe ich Spielzeug oder Essen gekauft, wenn wir unterwegs waren.« Klar wurde auch: Erst kurz vor Beginn der Taten war der Junge aus der Familie genommen worden. Weiter führte Eggersmann aus, dass die Frau bereits 850 Euro an die Geschädigte zurückgezahlt habe.

Verfahren vorläufig eingestellt

»Seit 2012 waren sie auf einem guten Weg«, bemerkte die Richterin mit Blick auf die Vorstrafen. In einem nicht öffentlichen Rechtsgespräch wurde der sichtlich betroffenen Angeklagten vom Gericht eine zweite Chance gewährt. Gegen eine Auflage von 120 Sozialstunden, abzuleisten binnen sechs Monaten, wurde das Verfahren vorläufig eingestellt. Als Wiedergutmachung muss die 37-Jährige zudem 50 Euro pro Monat an ihre Ex-Arbeitgeberin zahlen, bis die Schadenssumme abgegolten ist. Kommt sie allen Auflagen nach, winkt die endgültige Verfahrenseinstellung.

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