Gymnasium am Markt erhält bundesweite Auszeichnung – Fördermittel in Aussicht Bündes erste »Digitale Schule«

Bünde  (WB). Die zunehmende Digitalisierung macht auch vor dem Schulalltag nicht Halt. Mit verschiedenen Angeboten und medienpädagogischen Konzepten hat sich das Gymnasium am Markt (GaM) bereits auf den Weg hin zum »Unterricht 4.0« gemacht – und ist dafür nun ausgezeichnet worden.

Von Daniel Salmon
Andreas Leporin (links) und Kai Schneider (rechts) haben den Bewerbungsprozess zur »Digitalen Schule« angestoßen, sehr zur Freude von Schulleiterin Karin Stallmann und ihrem Stellvertreter Thomas Holste-Malavasi.
Andreas Leporin (links) und Kai Schneider (rechts) haben den Bewerbungsprozess zur »Digitalen Schule« angestoßen, sehr zur Freude von Schulleiterin Karin Stallmann und ihrem Stellvertreter Thomas Holste-Malavasi. Foto: Daniel Salmon

»Wir sind zwar eine alte Schule, aber keineswegs ›oldschool‹«, sagt Konrektor Thomas Holste-Malavasi mit Blick auf die weit mehr als hundertjährige Tradition der Schule im Herzen City. Und in der Tat: Das Marktgymnasium mit seinen gut 1000 Schülern darf sich nun dank seines medienpädagogischen Angebots »Digitale Schule« nennen.

Erst vier Schulen im Regierungsbezirk haben diese Auszeichnung

Nur vier Schulen im Regierungsbezirk Detmold haben das bundesweite Gütesiegel bislang erhalten, etwa 20 sind es in ganz NRW. Dank der Zertifizierung haben die Bünder nun die Möglichkeit, Lehrerfortbildungen zu beantragen und Geld aus Fördertöpfen zu erhalten, um das digitale Bildungsangebot weiter auszubauen.

Angestoßen hat den Bewerbungsprozess Andreas Leporin, Beauftragter für den MINT-Bereich (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) am GaM. Ins Boot holte er sich Informatiklehrer Kai Schneider. Konrektor Holste-Malavasi erklärt: »Man muss bereits als MINT-Schule ausgezeichnet sein, um sich als ›Digitale Schule‹ bewerben zu können. Diese Voraussetzung erfüllen wir.«

Im Zuge einer MINT-Rezertifizierung füllte das Pädagogen-Duo gleich einen zweiten Antrag aus. Leporin: »Wir haben geschaut, was wir hier bereits anbieten und aufgelistet.« Das digitale Portfolio überzeugte die zuständigen Stellen, darunter das Fraunhofer-Institut sowie die Gesellschaft für Informatik. Denn in dieser Hinsicht hat das GaM neben der obligatorischen Hardware – also der entsprechenden Ausstattung mit PCs – bereits einiges zu bieten.

Bereits in fünfter Klasse Digitalisierung Unterrichtsthema

So steht für die Fünftklässler bereits seit drei Jahren eine »Informationstechnische Grundbildung« auf dem Stundenplan. Dabei erhalten die Mädchen und Jungen eine Einführung in Word und Excel und werden zusätzlich in Sachen Urheberrecht und Datensicherheit im Internet fit gemacht. Auch Themen wie Cybermobbing kommen dann zur Sprache. »So etwas macht heutzutage einfach Sinn. Viele junge Schüler haben bereits ein Smartphone«, sagt Holste-Malavasi. Die Unterrichtsgestaltung finde dabei immer in enger Absprache mit den Schülereltern statt.

In folgenden Jahrgänge wiederholt aufgegriffen

In den folgenden Jahrgängen werde das Thema Digitalisierung dann wiederholt aufgegriffen, weitere AGs mit Informatikbezug sowie die Nutzung eines speziellen Softwareprogramms zur Unterrichtsentwicklung runden das Angebot, das kontinuierlich weiterentwickelt wird, ab.

»Zudem sind die Klassenräume der Fünftklässler mit großen Bildschirmen ausgestattet und einem Tablet-PC am Lehrerpult«, sagt Holste-Malavasi. Schulleiterin Karin Stallmann ergänzt: »Auch für Eltern ist der Bereich ›Digitale Bildung‹ ein wichtiges Thema.« Sie ist sich sicher, dass das medienpädagogische Angebot am GaM den ein oder anderen bei der Wahl einer weiterführenden Schule beeinflussen wird.

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