Schaffung von bezahlbarem Wohnraum: SPD beantragt Grundsatzbeschluss Stadt soll alle Britenhäuser kaufen

Bünde (WB). Um in Bünde mehr Sozialwohnungen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, hat die SPD einen Antrag an den Rat auf den Weg gebracht. In dem Schreiben fordern die Genossen den Ankauf sämtlicher ehemaliger Britenhäuser in Bünde-Mitte und Hunnebrock.

Von Daniel Salmon
40 Wohneinheiten – vorwiegend Reihenhäuser – sind derzeit im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die SPD fordert, dass die Stadt Bünde sie kauft.
40 Wohneinheiten – vorwiegend Reihenhäuser – sind derzeit im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die SPD fordert, dass die Stadt Bünde sie kauft. Foto: Daniel Salmon

Dabei handelt es sich um rund 140 Wohneinheiten – vorwiegend Reihenhäuser – die derzeit im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) sind. Bislang hatte die Kommune zunächst Interesse an 20 Wohneinheiten an der Robert-Schumann-Straße bekundet (siehe Infokasten).

Die Sozialdemokraten wollen in der Sache einen Grundsatzbeschluss fassen, der die »unverzügliche« Aufnahme von Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und der BImA über den Erwerb der gemauerten Hinterlassenschaften der Royal Army in den beiden Stadtteilen vorsieht.

In ihrem Antrag bezieht sich die SPD auf den im vergangenen Oktober vom Rat gefassten Beschluss, der die Berücksichtigung zahlreicher Punkte bei der weiteren Konzeption eines möglichen Ankaufs der Britenhäuser vorsieht. »Einer dieser Punkte beinhaltete die Forderung, einen weiteren Leerstand von Wohnungen zu vermeiden«, so Andrea Kieper, Fraktionsvorsitzende der Bünder Sozialdemokraten.

Auf dem Wohnungsmarkt stark nachgefragt

Sie führt aus, dass vor allem in Hunnebrock zahlreiche BImA-Wohnungen, die von der Stadt angemietet wurden, seit Jahren leer stehen. »Dies ist vor dem Hintergrund, dass es sich dabei um Wohnungsgrößen handelt, die auf dem Wohnungsmarkt stark nachgefragt werden und im Hinblick auf die Entwicklung des Ortsteils nicht länger hinnehmbar«, moniert Kieper. Zwar bestünden hinsichtlich der Höhe des Zuzugs weiterer Flüchtlinge nach wie vor Unsicherheiten: »Diese dürften aber noch über Jahre bestehen und können nicht der Grund sein, letztlich von einer Entscheidung zum Ankauf der BImA-Liegenschaften abzusehen. Ansonsten würde eine positive Entwicklung beider Quartiere auf unabsehbare Zeit weiter verzögert«, so Kieper.

Bezahlbarer Wohnraum

Besonders im Hinblick auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in der Elsestadt seien die ehemaligen Britenhäuser äußert attraktiv, finden die Sozialdemokraten, die die Situation auf dem heimischen Wohnungsmarkt mit Sorge betrachten würden. »Während Wohnungen mit gehobenem Standard und entsprechend hohen Mieten häufig gebaut werden, fehlt ein ausreichendes Angebot für mit mittlerem und gehobenem Einkommen«, findet Kieper. Vor diesem Hintergrund sei es inakzeptabel, »dass die Stadt Bünde die Chance, die sich ihr mit den Britenwohnungen bietet, nicht ergreift.« Daher sei es notwendig, die ehemaligen Militärunterkünfte »jetzt zu kaufen und so bezahlbaren Wohnraum zu schaffen«. Der Stadtverwaltung werfen die Sozialdemokraten eine in Teilen »unverantwortliche Wohnungspolitik« vor.

Verwaltungsseitig wollte man sich zu dem SPD-Antrag gestern nicht äußern. Laut Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz sei aber vorgesehen, das Thema auf die Tagesordnung der Hauptausschusssitzung im März zu heben.

Robert-Schumann-Straße: Verhandlungen laufen

Wie mehrfach berichtet, befindet sich die Kommune mit der BImA derzeit in Verhandlungen über den Kauf von 20 Wohneinheiten an der Robert-Schumann-Straße. »Wie hoch die Preisvorstellungen bei der BImA zu diesen Gebäuden sind, können wir aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht bekannt geben«, teilte Stadtsprecherin Doris Greiner-Rietz auf Anfrage mit. Entsprechende politische Beschlüsse seien durch Bürgermeister Wolfgang Koch noch einzubringen und in den zuständigen Gremien zu fassen.

In ihrem Investitionsplanentwurf für 2018 haben die Bünder Kommunalbetriebe (KBB) jedenfalls einen Betrag von zwei Millionen Euro als »Kaufpreis zuzüglich Nebenkosten« für die BiMA-Gebäude an der Robert-Schumann-Straße eingestellt.

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