Hauptleitung in Bünde geplatzt – Sanitärfirma geflutet – Krankenhaus kurzzeitig ohne Wasser – mit Video Rohrbruch: Bürgersteig unterspült

Bünde (WB). Ein Wasserrohrbruch hat am Donnerstagmorgen dazu geführt, dass eine der Hauptverkehrsstraßen in Bünde gesperrt werden musste. Gegen 3.45 Uhr war eine Hauptleitung neben der Lübbecker Straße geplatzt. Dadurch wurde die Wasserversorgung im Nahbereich unterbrochen.

Von Hilko Raske
Auf einer Länge von etwa fünf Metern ist am Donnerstagmorgen der Bürgersteig an der Lübbecker Straße weggesackt. Unter dem Gehweg befindet sich eine der Hauptwasserleitungen der EWB.
Auf einer Länge von etwa fünf Metern ist am Donnerstagmorgen der Bürgersteig an der Lübbecker Straße weggesackt. Unter dem Gehweg befindet sich eine der Hauptwasserleitungen der EWB. Foto: Hilko Raske

In der Folge sackte der Bürgersteig in Höhe der Hausnummern 15 und 17 auf einer Länge von fast fünf Metern ab. Gleichzeitig flutete das Wasser die Werkstatt eines angrenzenden Heizungs- und Sanitärbetriebs. Polizei und Bauhof sperrten den Bereich bis 16.30 Uhr weiträumig ab. Kräfte der hauptamtlichen Feuerwache rückten umgehend aus, um technische Hilfe zu leisten.

Nach einer ersten Inspektion des Einsatzortes wurden die Löschzüge Bünde-Mitte und Spradow um 5.20 Uhr nachalarmiert. »Wir sind mit 20 Mann vor Ort«, informierte Einsatzleiter Lars Vienop. In erster Linie gehe es darum, das Wasser aus den Kellern abzupumpen. Pro Minute seien das 1200 Liter, die die Pumpen schaffen würden. Gleichzeitig versuche man zu verhindern, dass das Wasser nachdrücke, so der Brandoberinspektor. »Das Wasser hat eine Kraft, die man nicht unterschätzen sollte«, sagte Vienop.

»Das sah das aus wie ein Bombeneinschlag«

Die Polizei habe ihn um 4.30 Uhr aus dem Bett geholt, erzählte Axel Böker, Inhaber der Heizungsbau- und Sanitärfirma Max Römer GmbH. »Erst hieß es, ich habe Wasser in meinem Keller. Als ich dann nach draußen ging, sah das aus wie ein Bombeneinschlag.« Die Einfahrten zu den Garagen, in denen die Firmenfahrzeuge nachts stehen, seien nicht mehr passierbar gewesen. Eine sei komplett unter Sand verschüttet, die andere sei durch das Wasser fast 40 Zentimeter angehoben worden.

Glücklicherweise hätten die Fahrzeuge durch hintere Werkstatttore rausfahren können. »Wir hatten hier immer wieder Probleme mit der Schmutzwasserkanalisation. Bei Regen steht der Kanal ständig voll, das Wasser läuft dann nicht ab. Vielleicht besteht da ein Zusammenhang.« Er könne sich vorstellen, dass es dadurch Ausspülungen im Untergrund gegeben habe, die den Riss in der Leitung mit verursachten, so der Fachmann.

Wasserleitung bis 14 Uhr repariert

Der Rohrbruch hatte auch für das nahe gelegene Lukas-Krankenhaus Folgen. Von 3.45 bis 5 Uhr wurde die Wasserversorgung komplett unterbrochen. Unter anderem konnten deshalb keine Beckenspülungen vorgenommen werden. Danach kam es noch zu Druckschwankungen, die die Wasserversorgung in den oberen Etagen erschwerte.

Die Reparatur der Wasserleitung dauerte bis etwa 14 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Anwohner von der Wasserversorgung abgeschnitten. »Wir gehen derzeit davon aus, dass das Zusammenspiel aus feuchter Witterung und durchtränktem Boden mit der hohen Verkehrslast zu einem Spannungsriss in der Wasserleitung geführt hat«, sagte Alfred Würzinger, Geschäftsführer der Energie- und Wasserversorgung Bünde (EWB). Die Wiederherstellung der Bürgersteige und der Zufahrt zur Firma Römer werde noch einige Wochen in Anspruch nehmen: »Der durchtränkte Boden muss erst trocknen.« Vorher würden die Gruben, wie in solchen Fällen üblich, mit Schotter geschlossen. Über die Schadenshöhe könnten derzeit noch keine Angaben gemacht werden. 

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