Geschäft des heimischen Modellbauspezialisten ist vom Verfahren nicht betroffen Revell: US-Mutterkonzern stellt Insolvenzantrag

Bünde (WB/sal). Hobbico, der amerikanische Mutterkonzern des Bünder Modellbau-Herstellers Revell, steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Die Ostwestfalen sollen nach eigenen Angaben von dem gestellten Insolvenzantrag aber nicht betroffen sein.

Die Revell Gmbh hat ihren Sitz im Bünder Industriegebiet Niederennigloh an der Henschelstraße.
Die Revell Gmbh hat ihren Sitz im Bünder Industriegebiet Niederennigloh an der Henschelstraße. Foto: Daniel Salmon

Hobbico hatte Revell, den europäischen Marktführer in der Plastik-Modellbau-Branche, 2012 übernommen. Der US-Konzern hat in der vergangenen Woche einen Antrag auf Einleitung eines Restrukturierungsverfahrens in Eigenverwaltung nach »Chapter 11« des »US-Bankruptcy Code« gestellt, um die Umsetzung eines umfassenden Restrukturierungsplans sicherzustellen.

In Bünde geht es wie gewohnt weiter

Da der »Chapter 11«-Antrag von Hobbico in den Vereinigten Staaten gestellt wurde und streng auf die US-Aktivitäten beschränkt ist, bleibt Revell davon unberührt, heißt es in einer Mitteilung der Bünder. Der Geschäftsverlauf, Lieferanten und Kunden von Revell seien daher nicht vom Verfahren betroffen. »Revell Deutschland stellt keinen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11«, betont Louis Brownstone, Präsident von Hobbico ausdrücklich. »Revell Deutschland wird unseren Kunden auch weiterhin den gleichen hohen Service bieten. Wir sind optimistisch, dass das beantragte Verfahren zu einer besseren Positionierung unserer US-Organisation und zu zukünftigem Wachstum führen wird.«

Stefan Krings, seit Januar 2016 Revell-Geschäftsführer, stellt zudem klar: »Am wichtigsten für uns alle bei Revell ist es, dass wir wie gewohnt weiter arbeiten.« Mit Blick auf die Zukunft sei es weiterhin oberste Priorität, »die Geschäftsbeziehungen mit unseren Lieferanten und Kunden auf dem bekannt hohen Niveau zu halten und erfolgreich auszubauen«.

2015 setzte Revell 58 Millionen Euro um

Obwohl Revell nicht Teil des Insolvenzverfahrens in den USA sei und der Geschäftsverlauf davon somit nicht betroffen ist, könnte der Verkauf von Hobbico zukünftige Auswirkungen auf Revell haben. Die Entscheidung von Hobbico, das »Chapter 11«-Verfahren einzuleiten und einen Verkauf der Gruppe anzustreben, ermöglicht Hobbico, Schulden zu reduzieren, Verbindlichkeiten zu restrukturieren, neue Kapitalgeber zu finden und das gesamte Unternehmen für zukünftiges Wachstum neu aufzustellen.

Zuletzt hatte Revell für 2015 Umsatzzahlen veröffentlicht. Damals hatte der Modellbauspezialist das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte vermeldet, rund 58 Millionen Euro wurden umgesetzt. Der Jahresüberschuss betrug etwa 425.000 Euro. Die Mitarbeiterzahl betrug seinerzeit 180.

Vom 31. Januar bis 4. Februar wird Revell bei der Spielwarenmesse Nürnberg seine Neuheiten für 2018 präsentieren. »Wir sind davon überzeugt, mit unserem attraktiven Neuheitensortiment den eingeschlagenen Wachstumspfad von 2017 fortzusetzen und unsere internationale Kundschaft in Nürnberg zu begrüßen«, sagt Krings.

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