Ingo Hecker zeigt seine Fotos in einer Ausstellung Ein Baumbewahrer an der Kameralinse

Bünde  (WB). Dichte Nebelschleier wabern über den Acker, umhüllen einen Baum wie ein Kokon. Die Stimmung ist mystisch bis melancholisch. Ingo Hecker hat dieses Motiv mit seiner Kamera festgehalten – eins von hunderten seiner Baum-Fotos. 50 zeigt der Bünder Fotograf ab 28. Januar in einer Ausstellung im Lukas-Krankenhaus.

Von Bärbel Hillebrenner
Winterlandschaft im Bünder Land: Das Sonnenlicht wirft helle Schatten in den Schnee – eine mystische Stimmung wie in einem Gespen­sterwald entsteht. Der Fotograf Ingo Hecker befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Bäume.
Winterlandschaft im Bünder Land: Das Sonnenlicht wirft helle Schatten in den Schnee – eine mystische Stimmung wie in einem Gespen­sterwald entsteht. Der Fotograf Ingo Hecker befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Bäume. Foto: Ingo Hecker

Der 75-Jährige streift seit Jahrzehnten durch die Natur, immer den Fotoapparat dabei. Der gelernte Diplom-Ingenieur befasst sich seit 1969 mit Fotografie – erst mit einer analogen, mittlerweile mit einer digitalen Kamera. Was sein geschultes Auge erfasst, wird mit der Linse dokumentiert. »Bäume sind immer schon meine Leidenschaft gewesen, sie reizen mich besonders«, sagt Hecker. Mit ihnen verbindet er das Leben schlechthin, den Wechsel der vier Jahreszeiten, die unterschiedlichen Formen und Farben.

Streifzüge durch die Bünder Landschaft

Auf der Suche nach ganz speziellen Exemplaren streift Ingo Hecker durch die Bünder Landschaft. Mit offenen Augen – er ist ein Suchender, ein Seher. »Man muss schon den Blick für die Gewächse am Rande haben. Viele Menschen gehen ja achtlos an ihnen

vorbei.«

Auf seinen Streifzügen entdeckt er die bizarren Formen knorriger Äste, raue Strukturen alter Stämme, das brüchige Holz winterlicher Zweige, zackige, runde, ovale Formen der Blätter. »Meine Bilder sollen ästhetisch sein, sie sind Hingucker. Meine Motive werden nicht am Computer verfremdet«, berichtet Ingo Hecker.

Jahrzehnte auf ein Motiv gewartet

Dennoch sei es ihm wichtig, das Foto zu gestalten. So hat er Jahrzehnte darauf gewartet, dass er eine Birkengruppe an der Kahlen Wart im Nebel einfangen konnte. »Jahrelang bin ich immer wieder dort hingefahren und habe überprüft, ob ich an dem Tag auf den Auslöser drücken kann.« Irgendwann habe es dann geklappt – und schon war eines seiner Lieblingsbilder entstanden.

Seit einigen Jahren nutzt er seine Digitalkamera für spezielle Effekte und Experimente. Hecker zoomt während einer Langzeitbelichtung das Motiv heran oder zieht seinen Apparat von links nach rechts. So ist der Baum weniger ein Baum als vielmehr eine abstrakte Kunstfotografie. Am Computer bearbeitet er außerdem das Objekt durch Spiegelungen, die er dann zu einem neuen Bild zusammensetzt.

Zur Ausstellung

»Nur Bäume« ist der Titel der Ausstellung im Bünder Lukas-Krankenhaus, die am 28. Januar um 11 Uhr eröffnet wird. Nach Begrüßung und Einführung spielt Hartmut Hecker, Bruder des Fotografen, seine Kompositionen zu den Bildern. Die 50 Baumfotos von Ingo Hecker werden bis zum 10. April gezeigt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.