Bünder Berufskolleg: Osman Citir spricht über Lebensträume, Ziele und Ausbildung Der Spaß-Motivator

Bünde (WB). Am Anfang stand eine Betriebsfeier. Als Osman Citir damals auf der Bühne den Chef nachmachte, lachten die Kollegen. Ein Comedystar war geboren. Dass Spaß auch mit Ernst vereinbar ist, zeigte der 35-Jährige am Donnerstag im Erich-Gutenberg-Berufskolleg.

Von Hartmut Horstmann
Auf 60 Motivationsauftritte kommt Osman Citir im Jahr. Gestern hat er Bünder Kollegschüler aufs Leben vorbereitet.
Auf 60 Motivationsauftritte kommt Osman Citir im Jahr. Gestern hat er Bünder Kollegschüler aufs Leben vorbereitet. Foto: Hartmut Horstmann

»Comedy macht Schule« heißt das Programm, mit dem Osman Citir deutschlandweit unterwegs ist. Dabei geht es aber nicht darum, Jugendliche für den Beruf des Spaßmachers zu begeistern, sondern sie aufs Leben vorzubereiten. Und der junge Bühnenstar aus Heidelberg wird am frühen Morgen nicht müde zu betonen: »Lebe deinen Traum!«

Ausbildung ist notwendig

Aber weil Träume bekanntlich auch Schäume sein können, propagiert der Deutsch-Türke keinen riskanten Egotrip – vielmehr verweist er auf die Notwendigkeit einer Ausbildung, sagt, es sei im Leben wichtig, sich immer wieder Ziele zu setzen.

Wer derart verantwortungsvoll unterhält, stößt auch auf das Wohlwollen von Sponsoren. Vertreter von Sparkasse und AOK trafen sich mit ihm nach dem 90-minütigen Motivations-Auftritt in der Sporthalle zu einem kurzen Gespräch. Wichtig sei die Nachhaltigkeit, hieß es. Um dieser Nachhaltigkeit einen ersten Nachdruck zu verleihen, ging Osman Citir anschließend in einzelne Klassen. Dabei ermutigte er die Bildungsgang-Leiterin Silke Holtgrefe, den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Die Schüler hatte sie mit Videos über den 35-Jährigen informiert und dann abstimmen lassen. 95 Prozent befürworteten ein Engagement des Motivationsmeisters, anschließend galt es, Sponsoren zu überzeugen.

Die beste Prävention ist es, sich Ziele zu setzen

Dies gelang – und weil die zur Verfügung stehende Summe trotzdem nicht ganz ausreichte, schafften es die Verantwortlichen sogar, das Honorar herunterzuhandeln. »Kompliment! meinte Osman Citir angesichts des wirtschaftlichen Verhandlungsgeschicks: »Man merkt, die Schüler sind hier gut aufgehoben.«

Die Überzeugungskraft des 35-Jährigen lebt von seiner Glaubwürdigkeit. So erzählte er auch, wie er selbst angefangen hat, seinen Traum zu leben – mit der Konsequenz: »Als ich das meinem Chef gesagt habe, habe ich gekündigt.« Als Comedian wollte er fortan seine Brötchen verdienen – und er brachte es unter anderem zu Fernsehauftritten in den bekannten Shows: »Doch irgendwann habe ich Abstand zur reinen Unterhaltung bekommen. Heute ist es mein Anliegen, Jugendlichen etwas mit auf den Weg zu geben.«

Tabus – zum Beispiel Drogen – gibt es nicht. Die beste Prävention ist es, sich Ziele zu setzen. Dass er die Menschen mit seinen Botschaften erreicht, merkt er bei den Rückmeldungen: »Viele Schüler schreiben mir Nachrichten – zum Glück bisher nur positive.«

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