Kundgebung am Imperial-Werk – Gewerkschaft von Tarifbindung bei Hora überrascht 390 Metaller zum Warnstreik mobilisiert

Bünde (WB). Mit einem einstündigen Warnstreik haben etwa 390 Metaller aus Bünde und Kirchlengern gestern Morgen ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie einer flexibleren Arbeitszeit Nachdruck verliehen. Dem Aufruf der IG Metall waren nach Angaben von Peter Kleint, 1. Bevollmächtigter der Gewerkschaft, 285 Beschäftigte der Imperial-Werke gefolgt. Unterstützt wurden sie bei der Kundgebung, die in der Mielestraße begann, von 25 Mitarbeitern des Hora-Werks und weiteren 80 der Firma Automation und Fördertechnik (A+F) in Kirchlengern.

Von Peter Schelberg
Peter Kleint (1. Bevollmächtigter der IG Metall in Herford) verdeutlichte am Imperial-Werkstor in der Mielestraße die Forderungen der Arbeitnehmer im Tarifkonflikt.
Peter Kleint (1. Bevollmächtigter der IG Metall in Herford) verdeutlichte am Imperial-Werkstor in der Mielestraße die Forderungen der Arbeitnehmer im Tarifkonflikt. Foto: Peter Schelberg

»Die Auftragsbücher der Metallbetriebe sind voll«

»Wir wollen hier deutlich machen, dass wir mit dem bisherigen Angebot der Arbeitgeber nicht zufrieden sind«, betonte Kleint vor den Imperial-Toren. Er hoffe, dass es auch ohne großen Arbeitskampf zu einer Einigung kommen werde, schloss aber zunächst auch einen 24-stündigen Streik nicht aus: »Die Auftragsbücher der Metallbetriebe sind voll – auch bei diesen drei Unternehmen vor Ort werden Überstunden gemacht«, sagte der IG Metall-Sprecher. Bei Imperial stehe zudem »eine betriebliche Nutzungserweiterung« durch die Einführung von Schichtarbeit an. Auch in der Autoindustrie herrsche zurzeit Hochkonjunktur. Vor diesem Hintergrund wertete er das Arbeitgeberangebot von jeweils 200 Euro für drei Monate und einer zweiprozentigen Erhöhung als »unterirdisch schlecht«: »Das ist der Hohn«.

Bei Hora erst seit 2016 ein Betriebsrat

Auch für A+F werde die IG Metall die sechsprozentige Erhöhung fordern, sagte Kleint. Er zeigte sich verwundert darüber, dass die Geschäftsführung bisher auf ein Anschreiben der Gewerkschaft überhaupt nicht reagiert habe. Bei Hora (knapp 70 Mitarbeiter) gibt es erst seit Ende 2016 einen Betriebsrat. Ende 2017 hatte die Stuttgarter Beteiligungsgesellschaft BWK 90 Prozent der Hora-Anteile übernommen. Erst auf Nachfrage habe der Betriebsrat kürzlich überraschend erfahren, dass das Unternehmen bereits seit 2008 Mitglied im Arbeitgeberverband und damit tarifgebunden sei, berichtete Kleint. Bis zu diesem Zeitpunkt seien die Beschäftigten davon ausgegangen, dass keine Tarifbindung bestehe. »Wir sind jetzt dabei, eine tarifvertragliche Entlohnung bei Hora zu etablieren«, betonte der IG Metall-Sprecher, der auch den Betriebsratsvorsitzenden Benjamin Holtmeyer und dessen Stellvertreter Andreas Wichert begrüßte.

Vom Imperial-Tor aus zogen die Streikenden – eskortiert von Streifenwagen der Polizei – anschließend via Roonstraße, Hauptstraße und Borriesstraße zurück zum Ausgangspunkt. Unterwegs machten sie Passanten mit lautstarkem Trillerpfeifen-Konzert, Transparenten und Megaphon-Ansprachen auf ihr Anliegen aufmerksam.

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