Stadt Bünde will Testlauf starten – Bahn wartet auf Lieferung der Aufzüge Toiletten im Bahnhof bald öffentlich

Bünde (WB). Gute Nachrichten für Bahnfahrer: Die bisher von der Gaststätte im Bünder Bahnhof genutzten Toiletten sollen bald in öffentliche WCs umgewandelt werden. Auch bei den Arbeiten an den Bahnsteigen gibt es Neuigkeiten.

Von Daniel Salmon
Die Stadt will die Toiletten im Bahnhofsgebäude, die bislang zur nun geschlossenen Kneipe gehörten, demnächst zu Testzwecken für die Öffentlichkeit freigeben.
Die Stadt will die Toiletten im Bahnhofsgebäude, die bislang zur nun geschlossenen Kneipe gehörten, demnächst zu Testzwecken für die Öffentlichkeit freigeben. Foto: Daniel Salmon

Wie berichtet, hatte die Traditionskneipe »Lokschuppen« Ende vergangenen Jahres geschlossen. Unter anderem, weil die Bünder Kommunalbetriebe (KBB) seit vergangenem Frühsommer Eigentümer des Gebäudes, den bis Ende 2018 laufenden Pachtvertrag mit Blick auf eine geplante Sanierung des Bahnhofs nicht verlängert hatten.

Lok-Schuppen-Inhaber Aydin Ay hatte die Schlüssel für die stillen Örtchen direkt gegenüber dem Lokal bislang verwahrt, kümmerte sich auch um die Reinigung. Für Gäste war der Klogang stets kostenlos. Fremdnutzer durften sich gegen eine Gebühr von 50 Cent erleichtern. »Viele haben aber auch gar nicht gezahlt«, so Ay. Derzeit sind die WCs geschlossen.

Bahnhofs-WCs bisher nur am ZOB

»Die Bahnhofstoilette war bis dato keine öffentliche Toilette, sondern der Gaststätte zugehörig. Die öffentliche Toilettenanlage steht am ZOB. Die WCs im Bahnhof werden aber zeitnah geöffnet«, erklärt Doris Greiner-Rietz, Pressesprecherin der Stadt Bünde, auf Nachfrage. Geöffnet werden sollen die Damen- und Herren-Klos voraussichtlich in den kommenden Tagen oder Wochen, jeweils täglich von 8 bis 19 Uhr, zunächst für eine Testphase. Die Nutzung sei kostenfrei, so Greiner-Rietz.

Aber nicht nur im Gebäude selbst tut sich etwas. Auch an den Bahnsteigen gehen die Arbeiten weiter. Wann genau in 2018 die vor knapp drei Jahren begonnene Maßnahme (Volumen: rund 10 Millionen Euro) beendet sein wird, stehe laut dem Bielefelder Bahnhofsmanager Bahnhofsmanager Martin Nowosad, der auch für Bünde zuständig ist, noch nicht genau fest.

Arbeiten immer bei laufendem Betrieb

Derzeit wartet die Bahn jedoch auf die Anlieferung der Aufzüge für die beiden bislang leeren Schächte in den Unterführungen: »Aufzüge sind immer ein besonderes Problem., vor allem was die Lieferung angeht. Es gibt nur wenige Anbieter.« Dazu komme der Einbau der komplexen Technik. Schließlich müssten auch Notrufsysteme an die Anlage angedockt werden, falls die Fahrstühle mal stecken bleiben. Zudem müsse das Liftsystem von verschiedensten Institutionen – darunter der TüV – abgenommen werden.

Mit Blick darauf, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen (Rollatornutzer, Rollstuhlfahrer) derzeit aufgrund der fehlenden Fahrstühle lediglich den Bahnsteig am Gebäude nutzen könnten, bittet Nowosad um Verständnis.

Da die Arbeiten stets bei laufendem Betrieb stattfinden, müssten ferner besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden. Daher werde die Sanierung teils etappenweise erfolgen. Neben den Fahrstühlen stehen für die Bautrupps der Bahn noch Verbindungen für Beleuchtungen und Schaltkästen auf der Agenda. Nowosad: »Außerdem müssen kleinere bauliche Fehler behoben werden. Das sind beispielsweise falsch gesetzte Abflussteile. Also nichts Gravierendes.«

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