Bürgermeister Koch hält plattdeutsche Bezeichnungen auf Ortstafeln für eine gute Idee »Buüne« oder »Buine«?

Bünde  (WB). Könnte auch auf Bünder Ortstafeln in Zukunft der plattdeutsche Name der Stadt stehen? Zumindest scheint man im Rathaus gegenüber dieser Idee nicht abgeneigt zu sein. »Das wäre grundsätzlich eine gute Sache«, sagt Bürgermeister Wolfgang Koch.

Von Daniel Salmon
Würde sich der Bünder Rat mit großer Mehrheit dafür aussprechen, auf Ortstafeln einen plattdeutsche Stadtnamen anzubringen, würde dieser in kleinerer Schrift unter der hochdeutschen Varianten platziert werden.
Würde sich der Bünder Rat mit großer Mehrheit dafür aussprechen, auf Ortstafeln einen plattdeutsche Stadtnamen anzubringen, würde dieser in kleinerer Schrift unter der hochdeutschen Varianten platziert werden. Foto: Daniel Salmon

Den Weg dafür frei macht ein Erlass, den das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung noch vor Weihnachten an die Bezirksregierungen verschickt hatte. Dieser lässt Zusatzbezeichnungen – etwa in Plattdeutsch – auf Ortsschildern zu. Nun können die Räte der Gemeinden und Städte in Nordrhein-Westfalen die Ergänzungen mit Drei-Viertel-Mehrheit beschließen, die dann noch vom Ministerium geprüft werden müssen.

Vor­aussetzungen für die Genehmigung sind außerdem die korrekte Übersetzung und die richtige Schreibweise der Namen auf den Ortsschildern. Dem Erlass war ein Antrag der Fraktionen von CDU und FDP an den Landtag vorausgegangen.

Bürgermeister kann sich breite Mehrheit dafür vorstellen

Für Bünde würde Bürgermeister Koch pattdeutsche Ortsbezeichnungen jedenfalls begrüßen. »Ich halte viel davon, die niederdeutsche Sprache zu erhalten und zu fördern. Von daher handelt es sich um eine gute Idee, die man mal interfraktionell besprechen müsste. Ich könnte mir in der Sache aber eine breite Mehrheit vorstellen«, so das Stadtoberhaupt.

Auf wie vielen Ortsschildern eine plattdeutsche Bezeichnung unter dem Ortsnamen angebracht werden könnte, müsste man dann sehen. »Erst muss man entscheiden, ob man das überhaupt will«, so Koch.

Was ist die korrekte plattdeutsche Schreibweise?

Zuvor müsste aber verifiziert werden, welches denn der korrekte plattdeutsche Name wäre. Im Raum stehen die Bezeichnungen »Buine« und »Buüne«. »Die Diskussionen darüber haben sich in der Vergangenheit zu einem richtigen Krimi entwickelt«, erinnert sich der Spenger Plattdeutsch-Experte Gerd Heining. »›Buüne‹ wäre richtig. ›Buine‹ heißt ›binden‹«, plädiert er für die Variante mit »uü«. »Was nun richtig ist, lässt sich bestimmt klären«, meint dazu Wolfgang Koch.

Rödinghausen will auch plattdeutsche Ortsnamen

In der Nachbargemeinde Rödinghausen macht man sich schon seit Jahren für plattdeutsche Bezeichnungen auf den Ortstafeln stark. Bereits 2012 wurde beantragt, dass auf vier Ortsschildern unter dem hochdeutschen Namen auch »Ränghiusen« zu lesen sein sollte. Damals scheiterte Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer allerdings am Widerstand der Landesregierung. Die Begründung: Die Platt-Variante könnte ortsfremde Autofahrer verwirren und die Verkehrssicherheit gefährden.

Über die neue Situation zeigt sich das Gemeindeoberhaupt erfreut. »Wir werden nun zunächst prüfen, ob wir überhaupt eine erneute Ratsbefassung mit dem Thema benötigen. 2012 hatten wir nämlich schon mit breiter Mehrheit einen entsprechenden Beschluss gefasst«, sagt Vortmeyer.

Sollte dieser ausreichen, könnte in Rödinghausen bereits im ersten Quartal des Jahres eine neue Beschilderung angebracht werden. »Brauchen wir aber einen neuen Beschluss, werden wir in der ersten Ratssitzung in diesem Jahr eine Vorlage dazu einbringen«, so der Bürgermeister.

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