Mutmaßlicher Täter sitzt in U-Haft und schweigt – Prozess am 7. Juli Trecker-Einbruch: 44-Jähriger angeklagt

Bünde (WB). Der filmreife Trecker-Einbruch in Bünde sorgte Ende Januar bundesweit für Schlagzeilen. Nur einer der mutmaßlichen Täter konnte damals von der Polizei geschnappt werden. Der 44-Jährige muss sich ab kommenden Monat vor dem Herforder Schöffengericht verantworten.

Von Daniel Salmon
In den frühen Morgenstunden des 30. Januar dieses Jahres hatten die Täter mit einem tonnenschweren John-Deere-Ackerschlepper ein riesiges Loch in den Bungalow an der Brucknerstraße gerammt. Ein mutmaßlicher Täter ist nun angeklagt.
In den frühen Morgenstunden des 30. Januar dieses Jahres hatten die Täter mit einem tonnenschweren John-Deere-Ackerschlepper ein riesiges Loch in den Bungalow an der Brucknerstraße gerammt. Ein mutmaßlicher Täter ist nun angeklagt. Foto: Toppmöller

Die Bielefelder Staatsanwaltschaft wirft dem Mann laut Anklageschrift »Wohnungseinbruchdiebstahl in Tateinheit mit der Zerstörung von Bauwerken« vor. Die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht beginnt am 7. Juli um 13.30 Uhr. Bislang sei nur ein Prozesstag angesetzt worden, so der Herforder Gerichtsdirektor Bernd Kahre.

Angeklagter hat sich noch nicht geäußert

»Der Beschuldigte hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Er sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft«, so der Bielefelder Oberstaatsanwalt Udo Vennewald auf Anfrage.

Der spektakuläre Einbruch in einen Bungalow an der Brucknerstraße hatte sich am 30. Januar ereignet (wir berichteten). Mehrmals kracht der schwere John-Deere-Ackerschlepper am frühen Morgen dieses Spätwintertages in die Frontseite des Gebäudes. Der Trecker war kurz vor der Tat im benachbarten Enger entwendet worden. Wie durch ein Wunder bleiben die durch den Lärm aufgeweckten Bewohner des Hauses, eine dreiköpfige Familie, unverletzt.

Im Safe waren nur Akten

Durch ein Loch in der Wand gelangen die Einbrecher schließlich in das Innere des Bungalows, lassen einen Wandsafe mitgehen. Laut Hauseigentümer sollen sich in dem Tresor allerdings nur alte Akten befunden haben. Mit ihrer Beute machen sich die Täter aus dem Staub. Sie lassen auf dem Grundstück an der Brucknerstraße komplettes Chaos und unter Schock stehende Hausbewohner zurück. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Zehntausend Euro.

Ein vermeintliches Fluchtfahrzeug stellt die Polizei Stunden später am Tattag in Löhne sicher. Auch der 44-jährige Angeklagte geht den Beamten in der Brückenstraße, direkt am Ufer der Werre unweit der A30 ins Netz. In der Nähe des Wagens wird der gestohlene Safe sichergestellt – leer. Nach Aussage von Oberstaatsanwalt Vennewald soll der Beschuldigte erst kurz vor der Tat aus Südosteuropa in die Bundesrepublik eingereist sein.

Die mutmaßlichen Komplizen des Mannes konnten bislang nicht gefasst werden.

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