Landtagsabgeordnete Wikbe Brems besucht Bau- und Siedlungsgenossenschaft Gesucht wird bezahlbarer Wohnraum

Bünde  (WB). Bünde ist nicht Köln, der Kreis Herford nicht das Ruhrgebiet. Bezahlbarer Wohnraum ist aber eine Herausforderung, der sich alle Kommunen und Regionen in NRW stellen müssen.

Von Hilko Raske
Helmut Rolletscheck, Robin Gäsel (B&S), Ute Fröhlich (Bündnisgrüne) Klaus Rieke (B&S-Vorstand), B&S-Vorsitzende Petra Eggert-Höfel, Stefanie Janßen (Fraktionsvorsitzende der Bünder Grünen) sowie MdL Wibke Brems (von links) in der B&S-Geschäftsstelle.
Helmut Rolletscheck, Robin Gäsel (B&S), Ute Fröhlich (Bündnisgrüne) Klaus Rieke (B&S-Vorstand), B&S-Vorsitzende Petra Eggert-Höfel, Stefanie Janßen (Fraktionsvorsitzende der Bünder Grünen) sowie MdL Wibke Brems (von links) in der B&S-Geschäftsstelle. Foto: Kuhlmann

Welche Lösungen die »Bau- und Siedlungsgenossenschaft für den Kreis Herford eG« (B&S) bereithält, wollte Landtagsmitglied Wibke Brems (Grüne) wissen. Die Landespolitikerin suchte nun das Gespräch mit dem B&S-Vorstand, um sich die aktuelle Situation auf dem heimischen Wohnungsmarkt aus genossenschaftlicher Sicht darstellen zu lassen. »Uns Grünen ist beim Wohnungsbau wichtig, dass wir die Fehler der vergangenen Jahrzehnte nicht wiederholen. Wir wollen nachhaltigen und hochwertigen Wohnraum schaffen und diesen ins Stadtbild integrieren«, betonte Wibke Brems. Der Kreis Herford könne im Vergleich zur Rhein-Ruhr-Region durchaus als ländlich bezeichnet werden. Vorherrschende Wohnform sei hier das Eigenheim. »Aber auch hier erleben wir gesellschaftliche Veränderungen, die sich unmittelbar auf den Wohnungsmarkt auswirken.« Die Zahl der Menschen, die alleine leben würden, nehme zu. Dadurch würden andere Anforderungen an die Größe von Wohnraum gestellt. Und dieser Wohnraum, so Brems, müsse für alle bezahlbar bleiben.

Kreis Herford ist als Mietstufe 2 klassifiziert

Petra Eggert-Höfel, Vorsitzende der Bau- und Siedlungsgenossenschaft, wies darauf hin, dass es für Bünde ein »Handlungskonzept Wohnen« gebe. Dennoch existierten zu wenige kleine, bezahlbare Wohnungen. Allerdings sei der Kreis Herford auch als Mietstufe 2 klassifiziert worden. Das bedeute, dass für Neubauten im Bereich des öffentlich geförderten Wohnungsbaus für den Quadratmeter maximal 4,65 Euro verlangt werden könnten. »Hier sind Investitionen wirtschaftlich dann nicht mehr darstellbar.«

Neubedarf liegt bis 2020 bei 1400 Wohnungen

Der aktuelle Wohnungsmarktbericht der NRW-Bank weist für den Zeitraum bis 2020 einen quantitativen Neubaubedarf von 1400 Wohnungen im Kreis Herford aus. Ein durch möglichen Zuzug von Migranten verursachter zusätzlicher Wohnungsbedarf ist darin noch nicht enthalten. Auch in diesem Sektor betätige sich die B&S, sagt Petra Eggert-Höfel. So würden Finanzierungsmittel nach der »Richtlinie zur Förderung von Wohnraum für Flüchtlinge« in Anspruch genommen.

Mit dieser Sonderförderung solle möglichst schnell Wohnraum für Asylbewerber geschaffen werden, bei dem die üblichen Standards nicht erforderlich, aber nachrüstbar seien. »Das ist dann aber nicht so komfortabel wie normaler Wohnungsraum, sondern eher beengt.« Sieben Projekte würden im Rahmen der Sonderförderung realisiert – »das sind etwa 20 Wohneinheiten in allen Kommunen des Kreises Herford.«

Wohnraumförderprogramm aufgestockt

Die gestiegenen Anforderungen, etwa in energetischer Hinsicht oder mit Blick auf die Barrierefreiheit, erforderten von der Wohnungswirtschaft einen enormen Kraftakt, betonte Wikbe Brems. Hier habe die Bau- und Siedlungsgenossenschaft eine große Bedeutung für die Wohnungswirtschaft vor Ort. Die rot-grüne Landesregierung unterstütze die Immobilien- und Wohnungswirtschaft dabei, bezahlbaren und gleichzeitig hochwertigen Wohnraum zu schaffen. »Hierzu hat das Land sein Wohnraumförderprogramm im Jahr 2016 von 800 Millionen auf 1,1 Milliarden Euro aufgestockt«, informierte die Grünen-Landespolitikerin.

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