Naturschützer erstattet Anzeige – auch Hauswände im Stadtgebiet betroffen Sprayer beschmiert Hinweistafeln

Bünde (WB). Luciano Appolloni ist wütend. Der Naturschützer hat vor einigen Jahren viele Spenden gesammelt, um Hinweistafeln aufstellen zu können, die an der Nienburger Mühle und im Hunnebrocker Bruch Spaziergänger über die ökologische Bedeutung dieser Biotope aufklären. Jetzt sind alle mit Graffiti beschmiert.

Von Hilko Raske
Luciano Appolloni vor der beschmierten Hinweistafel an der Nienburger Mühle.
Luciano Appolloni vor der beschmierten Hinweistafel an der Nienburger Mühle. Foto: Hilko Raske

Und auch an anderen Stellen im Stadtgebiet tauchen die Schriftzüge des Sprayers auf. Statt Bachstelze, Steinbeißer oder Eisvogel sind nun auf den Hinweistafeln an der Nienburger Mühle Schriftzüge mit den Buchstaben »SKB« oder der Zahlenkombination »19112« zu sehen. »Das macht mit Sicherheit kein Erwachsener«, betont Appolloni. Drei Tafeln seien es, die beschmiert wurden – »jede kostet etwa 4000 bis 5000 Euro. Alles ist aus Edelstahl, der Aufdruck ist speziell imprägniert, um wetterfest zu sein.« Jetzt müssen die Tafeln abmontiert werden. Der Naturschützer hat inzwischen Anzeige bei der Polizei erstattet.

Die nimmt diesen Vorfall sehr ernst. Immerhin seien die Graffiti nicht etwa Straßenkunst, sondern ein Sachbeschädigung, die zumeist nur mit großem Aufwand und hohen Kosten wieder entfernt werden könnte, sagt Steven Haydon, Sprecher der Kreispolizeibehörde: »Das ist kein Kavaliersdelikt.« Auch die Buchstabenkombinationen, die bei den Graffiti immer wieder auftauchten, seien typisch für die Sprayerszene: »Es sind so genannte Tags.« Anhand dieser Kürzel wüssten andere Sprayer, wer für ein Graffito verantwortlich sei. Dabei müssten die Kürzel nicht unbedingt in einer Beziehung zum wirklichen Namen des Sprayers stehen. Generell würden alle Graffiti, die von einer Streife bemerkt würden, zur Anzeige gebracht. Das werde aber nicht an die große Glocke gehängt. »Wir machen nicht jede derartige Straftat öffentlich, um Sprayern keine Bühne zu bieten.«

Geahndet würden Graffiti übrigens nach dem Paragrafen 303 des Strafgesetzbuches. Darin heißt es: »Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.« Haydon appelliert an alle Geschädigten, jedes Graffito anzuzeigen.

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