Denkmalgeschütztes Cordes-Gebäude: Stadt will trotzdem abreißen Abrissgenehmigung nicht erteilt

Bünde (WB). Der Stadt ist es ein Dorn im Auge – das historische Cordes-Gebäude an der Wasserbreite/Ecke Gerhart-Hauptmann-Straße. Die alte Kartonagenfabrik, in der zuletzt die Firma Rotopack Verpackungen produzierte, steht schon seit Jahren leer, ist mehr oder weniger dem Verfall ausgesetzt.

Von Hilko Raske
Die Stadt Bünde möchte die ehemalige Kartonagenfabrik Cordes an der Wasserbreite abreißen.
Die Stadt Bünde möchte die ehemalige Kartonagenfabrik Cordes an der Wasserbreite abreißen. Foto: Daniel Salmon

Wenn es nach dem Willen der Stadtverwaltung gehen würde, wäre das mehrstöckige Gebäude aus den 1920er Jahren schon längst abgerissen worden. Immerhin befindet es sich in städtischem Besitz und blockiert die Vermarktung der Gewerbefläche, auf der es steht. Einziges Hindernis: Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Und aus Sicht des zuständigen Westfälischen Denkmalamtes in Münster ist es erhaltenswert. Die Behörde hat deshalb ihr Einvernehmen für einen Abriss nicht erteilt. Darauf hat Bürgermeister Wolfgang Koch in der Sitzung des Hauptausschussesjetzt hingewiesen. Man werde nun dreigleisig vorgehen, sagte Koch. Als Erstes werde man versuchen, den Abriss trotzdem voranzutreiben. Parallel dazu wolle man die Vermarktungsaktivitäten für die Gewerbefläche, auf der sich das Gebäude befinde, fortsetzen. Und sollte ein Abriss nicht möglich sein, werde man überlegen, wie sich die ehemalige Kartonagenfabrik sanieren lasse.

Ministerentscheid möglich

Die Stadt werde deshalb die Abrissgenehmigung erteilen und die Denkmalbehörde davon in Kenntnis setzen. »Das Denkmalamt entscheidet dann, ob es einen Ministerentscheid gegen unsere Abrissgenehmigung herbeiführen will«, erklärte der Bürgermeister.

Sanierung wirtschaftlich nicht darstellbar

Bereits in der Vergangenheit hatte die Stadt ein Gutachten und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Eine Sanierung sei wirtschaftlich nicht darstellbar. »Befindet sich ein denkmalgeschütztes Gebäude aber in öffentlichem Besitz, hängt die Messlatte für einen Abriss, selbst wenn die Sanierung nicht wirtschaftlich darstellbar ist, sehr hoch«, sagt Marcus Horst, innerhalb der Stadtverwaltung zuständig für die etwa 150 Baudenkmäler auf Bünder Gebiet.

9000 Quadratmeter Gewerbefläche

Das Interesse für die Gewerbefläche sei da, betont der städtische Wirtschaftsförderer Hartmut Bokel. »Es stehen einige Gewerbetreibende auf der Warteliste.« Es handle sich um zwei Grundstücke in innerstädtischer Premiumlage, so Bokel. »Das Areal, auf dem das Cordes-Gebäude steht, umfasst etwa 4000 Quadratmeter. Dahinter an den Bahngleisen sind es weitere 4000 bis 5000 Quadratmeter.«

Weitere 3000 Quadratmeter seien für die Renaturierung des Gewinghauser Baches bereits umgewandelt worden. »Der Bach fließt in einer Verrohrung direkt unter dem Cordes-Gebäude entlang.« Bislang habe man sich mit der Vermarktung zurückgehalten, weil man das Gesamtareal entwickeln wolle.

Kommentare

Kein schönere Anblich

Weg mit dem Schandfleck und gleich auch mit dem Denkmalamt... ich frage mal Trump was man da machen kann! Da baut man schöne Häuser gegenüber der Ruine und die Bewohner schauen auf das Drecksding! Abbrechen und fertig und wenn das Denkmalamt der Stadt eine Strafe auferlegt, sei's drum, hauptsache der Schandfleck ist weg und möglichst bald!!

Denkmal hin oder her....

Wenn das Denkmalamt nicht möchte das dieses Gebäude, Schandfleck der Stadt Bünde und wirklich kein Pluspunkt, nicht abgerissen wird, dann soll es doch die Sanierung und den weiteren Unterhalt auch bezahlen! Ich hatte mal ein denkmalgeschütztes Haus und kann ein Lied davon singen wenn diese Behörde sich erst mal breit gemacht hat. Zum Glück brannte dann das Ganze ab. Schuld war ein Kabelbrand... Ist dieses Gebäude auch noch mit Strom versorgt?

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