Sebastian Böhm aus Bünde komponiert Musik für TV-Spot des Star-Wars-Films »Rogue One« Epische Klänge für den Krieg der Sterne

Bünde (WB). Seit 40 Jahren tobt der »Krieg der Sterne« in den Kinos und begeistert bis heute Zigmillionen Menschen weltweit. Auch Sebastian Böhm ist von Kindesbeinen an Star-Wars-Fan – dass er selber einmal ein kleines Rädchen im riesigen Getriebe der erfolgreichsten Filmreihe aller Zeiten drehen würde, hätte sich der Bünder niemals träumen lassen.

Von Karl-Hendrik Tittel
Seit einigen Monaten lebt der selbstständige Komponist Sebastian Böhm in Hamburg. Die Beteiligung in einer internationalen Star-Wars-Filmvorschau war der bisherige Höhepunkt in der noch jungen Karriere des Bünders.
Seit einigen Monaten lebt der selbstständige Komponist Sebastian Böhm in Hamburg. Die Beteiligung in einer internationalen Star-Wars-Filmvorschau war der bisherige Höhepunkt in der noch jungen Karriere des Bünders. Foto: Karl-Hendrik Tittel

Mehrere Wochen nach der Premiere feiert »Rogue One« immer noch große Erfolge an den Kinokassen und hat inzwischen über eine Milliarde Dollar eingespielt. Fans und Kritiker sind gleichermaßen vom jüngsten und bisher düstersten Kapitel der Weltraumsaga begeistert.

Der überraschend martialische Grundton des Films kündigte sich bereits vor dem Kinostart an. Wie im internationalen TV-Spot, der Ende November veröffentlicht und von vielen Millionen Menschen weltweit gesehen wurde.

Musik sorgt für epischen Feinschliff

Für den epischen Feinschliff sorgte dabei die Musik eines Bünders. »Als ich davon erfuhr, konnte ich es kaum fassen, das ist der bisherige Höhepunkt meines kreativen Schaffens«, sagt Sebastian Böhm im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. 30 Sekunden dauert die Filmvorschau. Bombastisch untermalen die von Böhm geschaffenen Klänge die rasanten Szenen – Bild und Ton wirken wie aus einem Guss.

Sebastian Böhm hat sich stets für Musik begeistert, spielte als Jugendlicher Schlagzeug in einer Bünder Band und hat sich das Komponieren und Einspielen von Songs vor dem heimischen Rechner weitestgehend selbst beigebracht.

Mischpult statt Labor

Noch vor ein, zwei Jahren sah es allerdings nicht danach aus, als würde der heute 23-Jährige eine kreative Laufbahn einschlagen. Nach dem Abitur am Marktgymnasium ging es für ihn 2012 an die Universität Münster, wo er in drei Jahren den Studiengang Biowissenschaften abschloss.

»Im Labor des Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin in Münster habe ich dann den Ernst des Berufslebens kennengelernt«, sagt Böhm mit einem Augenzwinkern.

»Ich habe schnell erkannt, dass man für seinen Beruf Leidenschaft aufbringen muss, um wirklich gut zu sein.« Da er sich aber deutlich mehr für das »Musikmachen« als die Laborarbeit begeistern konnte, begann er im August 2015 an der »ArtEZ School of Music« im holländischen Enschede den Studiengang »Media Music«.

»Dort habe ich viel gelernt und viele Kontakte geknüpft, innerhalb kurzer Zeit war ich mir sicher, dass ich mein Hobby zum Beruf machen möchte.« Also kehrte er bereits Anfang 2016 mit dem Ziel nach Bünde zurück, als selbstständiger Komponist für unterschiedliche Medienbereiche wie die Film-, Videospiel- oder Werbebranche zu arbeiten.

John Williams und Hans Zimmer als Vorbilder

Die ersten Jobs ließen nicht lange auf sich warten, unter anderem ist seine Musik im Imagevideo eines Bielefelder Unternehmens zu hören. Dank guter Kontakte wurden seine Kompositionen bald für weitaus größere Produktionen verwendet, so beispielsweise für mehrere TV-Werbungen bekannter Firmen.

»Ich habe mich gefreut wie ein Keks, als ich meine Musik zum ersten Mal im Fernsehen gehört habe«, erinnert sich Böhm lächelnd. Seine Beteiligung am Star-Wars-TV-Spot, die ihm eine international agierende Musiktrailerfirma, mit der er zusammenarbeitet, vermittelt hat, habe aber alles Bisherige in den Schatten gestellt.

Und es sieht weiterhin beruflich gut aus für den 23-Jährigen, der seit einigen Monaten in Hamburg lebt und bereits neue Projekte in Aussicht hat. »Ich habe noch viele Ideen, und ein Traum von mir ist es, irgendwann die Musik für einen ganzen Film oder ein komplettes Videospiel zu machen.« Und dann am besten im epischen Stile seiner Vorbilder, zu denen – nicht überraschend – die Filmmusiklegende John Williams, der die unverwechselbare Klangwelt der bisher sieben Hauptteile der Star-Wars-Reihe geschaffen hat, oder auch Hans Zimmer gehören.

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