Neueröffnung 2018 vermutlich nicht realisierbar Freibadbecken erhalten statt umbauen?

Bünde (WB). Eigentlich sollte der Rat bereits im Dezember eine Grundsatzentscheidung zum Umbau des Freibads Bünde-Mitte fällen. Nachdem diese vertagt wurde, wird es überraschend auch am 31. Januar keine Entscheidung geben. Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe prüft stattdessen, ob es möglich wäre, die bestehenden Schwimmbecken zu sanieren und in ihrer jetzigen Anordnung zu erhalten.

Von Kathrin Heeren
Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe prüft, ob sich die bestehenden Becken in ihrer jetzigen Form sanieren lassen.
Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe prüft, ob sich die bestehenden Becken in ihrer jetzigen Form sanieren lassen. Foto: Daniel Salmon

»Auf Anregung der Interessengemeinschaft rund um den Arzt Dr. Kai Könemann haben wir entschieden, dass jetzt ein spezieller Schwimmbadingenieur beauftragt werden soll zu prüfen, ob sich die jetzige Gestaltung mit 50-Meter-Becken und seitlichem Becken für den Sprungturm aufrecht erhalten lässt«, erklärte Bürgermeister Wolfgang Koch auf Anfrage dieser Zeitung.

»Eventuell ist es möglich, Edelstahlwannen in die bestehenden Becken einzusetzen. Unsere bisherigen Architekten haben immer geurteilt, dass eine Sanierung des Bestandes nicht möglich ist, weil der Beton nichts mehr taugt. Aber das wollen wir jetzt noch einmal prüfen lassen. Auch, ob der Sprungturm bestehen bleiben kann, wenn man zum Beispiel die Höhe reduziert«, so Koch.

So lange die Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse nicht vorgestellt habe, solle das Thema Freibad auch nicht mehr auf der politischen Agenda des Rates auftauchen. »Was das für den zeitlichen Rahmen der Sanierung bedeutet, darüber möchte ich keine Prognose abgeben«, sagte der Bürgermeister. Er befürchte jedoch, dass das langfristige Ziel, das Bad zur Badesaison 2018 neu zu eröffnen, nun nicht mehr erreicht werde. »Es handelt sich um ein relativ aufwändiges Verfahren, was die Ausschreibung angeht«, so Koch. Dennoch werde man natürlich zügig weiterarbeiten.

2017 solle der Badebetrieb ganz normal weitergehen, aber ohne den gesperrten Sprungturm und die Rutsche. »Es wäre nicht sinnvoll, jetzt irgendwas zu sanieren, ohne zu wissen, in welche Richtung die Sanierungspläne laufen.«

Im Gespräch waren bisher vier Freibad-Lösungen, die laut Gutachter zwischen drei und vier Millionen Euro kosten. Diskussionen hatte es vor allem darüber gegeben, ob es ein 25-Meter- oder ein 50-Meter-Becken geben soll und ob ein separates Sprungturm-Becken installiert werden soll.

Das sagt die CDU

Der CDU-Vorsitzende Georg Kruthoff erklärte, seine Fraktion habe sich zum neuen Entwicklungsstand noch keine Meinung gebildet. »Für mich als Einzelperson steht fest, dass die Reparatur eines 80 Jahre altes Freibades ganz schön kostenaufwendig werden könnte. Ein Problem ist auch, dass der Sprungturm gar nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards entspricht.« Er habe, was den Zeitplan angehe, zudem »Sorge, dass das Freibad irgendwann aus technischen Gründen komplett geschlossen werden muss und wir der Bevölkerung dann über einen längeren Zeitraum gar kein Freibad mehr anbieten können.«

Das sagt die SPD

Wolfgang Pohl, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, bezeichnet die Reihenfolge der Vorgehensweise als »merkwürdig«. Dass man erst Umbau-Varianten diskutiere und erst im Nachhinein auf die Idee komme, eine reine Sanierung zu prüfen, sei »umgekehrt gedacht«. Zudem trete nun eine Verzögerung ein, mit der die SPD »nicht glücklich« sei. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass da viel bei rumkommt. Zumal die gewünschte Attraktivitätssteigerung des Bades so nicht erreicht werden kann«.

Das sagen die Grünen

Stefanie Janßen (Grüne) sagte, sie habe zwar gehört, dass eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe gebildet worden sei, wisse aber noch nichts über deren Aufgabe. Daher könne sie zum neuen Sachstand nichts sagen. Aus ihrer Sicht sei es aber wichtiger, die Bürger mit ins Boot zu holen als den Eröffnungstermin 2018 unter allen Umständen zu halten. Für eine Entscheidung fehlten den Grünen »noch zu viele Informationen, zum Beispiel über die Kosten der Einzelpositionen.«

Das sagt die UWG

Armin Kuschel (UWG) begrüßte die Entscheidung zur Prüfung der weiteren Alternative. »Es wäre nichts ärgerlicher, als eine Investitionsentscheidung zu treffen und sich hinterher zu ärgern. Bevor man so viel Geld ausgibt, sollte man alle Alternativen kennen.«

Das sagt die FDP

Ernst Tilly (FDP) sagte, er kenne diese Variante noch nicht. Erst mit Vorliegen aller Zahlen und Infos könne sich die FDP positionieren.

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