Die Bünderin Melanie Könker und ihre Mitstreiter helfen bei der Suche nach den Tieren Viele Hunde zu Silvester entlaufen

Bünde (WB). Reichlich zu tun haben derzeit Melanie Könker und ihre Mitstreiter von der Facebookgruppe »Entlaufene/Gefundene Tiere in Bünde und Umgebung«. Denn zu Silvester sind in der Region wieder Dutzende Hunde entlaufen – oftmals erschreckt von Böllern und Raketen. Die Bünderin und ihr Team helfen bei der Suche.

Von Daniel Salmon
Auch in diesem Jahr sind in Bünde und Umgebung wieder zahlreiche Hunde in der Silvesternacht, aufgeschreckt von Raketen und Böllern, entlaufen. Viele Tiere konnten mittlerweile auch dank der Hilfe von Melanie Könker und ihrer Facebookgruppe wiedergefunden werden.
Auch in diesem Jahr sind in Bünde und Umgebung wieder zahlreiche Hunde in der Silvesternacht, aufgeschreckt von Raketen und Böllern, entlaufen. Viele Tiere konnten mittlerweile auch dank der Hilfe von Melanie Könker und ihrer Facebookgruppe wiedergefunden werden. Foto: Symbolbild/dpa

Auf einer Karte hat Melanie Könker die Fälle markiert.

»Derzeit haben wir 39 gelistete Fälle. Viele Tiere sind bereits wieder aufgetaucht«, sagt die 31-Jährige. Sie weiß aber aus der Erfahrung der Vorjahre: »Da könnten noch etliche vermisste Tiere zukommen.«

Könker und ihre etwa 20 Helfer nehmen Fälle in einem Umkreis von etwa 20 Kilometern rund um Bünde auf: von Jöllenbeck bis Hüllhorst und von Melle bis Bad Oeynhausen. Viele der gut 2900 Mitglieder der vor knapp drei Jahren gegründeten Facebookgruppe beteiligen sich an der Suche, teilen mit, wenn sie einen herrenlosen Vierbeiner sichten.

Im vergangen Jahr konnten alle 32 Hunde, die in diesem Gebiet zum Jahreswechsel entlaufen sind, wieder ihren Haltern übergeben werden. »Dieses Mal wird das leider nicht klappen. Wir hatten bereits zwei Totfunde. Ein Hund lag an der Oberbauerschafter Straße. Er wurde vermutlich überfahren. Ein weiterer ist in einem Teich ertrunken«, sagt Melanie Könker.

»Hunde reagieren bei dem Geböller panisch«

Für die Bünderin und ihr Team ist die Hilfe bei der Suche nach den verschwundenen Hunden eine Herzensangelegenheit, für die die Tierfreunde einen Großteil ihrer Freizeit opfern. »Wir fungieren sozusagen als Schnittstelle zwischen Haltern und Tierheimen oder Vereinen«. sagt die 31-Jährige, deren Bemühungen oftmals von raschem Erfolg gekrönt sind: »In Löhne hat die Tierrettung innerhalb von 30 Minuten zwei Fundhunde aufgenommen. In der Zeit hatte ich schon die Halter ermittelt.«

Feuerwerk hatte offenbar viele Hunde erschreckt. Foto: dpa

Zumeist entlaufen die Hunde am Silvesterabend, weil sie von ihren Halter nicht richtig gesichert werden. »Uns wird berichtet, dass eine Leine runtergerutscht oder gerissen sei oder das Tier durch eine offene Tür ins Freie gelangt ist«, so Könker.

Sie weiß: »Gerade Hunde reagieren bei dem Geböller panisch, rennen weg. Katzen verstecken sich eher irgendwo in der Nähe und kommen dann von alleine wieder.« Das sei bei Hunden nicht der Fall. Zwar würden sich die vermissten Tiere oftmals auch in der Nähe zu ihrem Heim aufhalten. »Aber die können auch weite Strecken zurücklegen, im Durchschnitt bis zu 20 Kilometer am Tag.«

Hilfe bei der Suche

Könker betont, dass sie und ihre Mitstreiter im Vorfeld der Silvesternacht vor möglichen Folgen für die Tiere gewarnt hätten, den Haltern der entlaufenen Hunde jedoch keinesfalls Vorwürfe machen und gerne bei der Suche helfen: »Über Prävention in solchen Fällen sollte man aber natürlich trotzdem nachdenken.« So rät sie dazu, spezielle Hundegeschirre mit zwei Leinen zu verwenden, wenn das Tier an Silvester unbedingt mit nach draußen soll.

»Wichtig ist es in diesem Zusammenhang aber auch, dass die Hunde gechipt oder registriert sind. So kann die erlösende Nachricht über den Fund des Tieres den Halter schneller erreichen«, sagt die Bünderin. Sie fährt fort: »In diesem Jahr war lediglich ein Hund registriert. Allerdings war noch nicht mal die richtige Telefonnummer des Halters hinterlegt.«

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