Robert-Koch-Institut testet 71 Probanden aus Bünde Wie gesund sind unsere Kinder?

Bünde (WB). Nehmen Allergien bei den Deutschen zu? Neigen Jugendliche häufiger zu Übergewicht? Und ist das Risiko einer Borrelien-Infektion durch Zeckenbisse heute größer als vor einigen Jahren? Diesen und weiteren Fragen versucht ein Team des Robert-Koch-Instituts auf den Grund zu gehen. Und untersucht dazu auch 71 Probanden aus Bünde.

Von Kathrin Heeren
Kevin schneidet beim Ausdauertest auf dem Fahrrad gut ab. Der 14-Jährige muss so lange strampeln, bis sein Puls auf 180 angestiegen ist. Währenddessen nimmt Ute Pöplow do Rego ihm Blut aus dem Ohrläppchen ab.
Kevin schneidet beim Ausdauertest auf dem Fahrrad gut ab. Der 14-Jährige muss so lange strampeln, bis sein Puls auf 180 angestiegen ist. Währenddessen nimmt Ute Pöplow do Rego ihm Blut aus dem Ohrläppchen ab. Foto: Kathrin Heeren

Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit wird im Rahmen eines bundesweiten Gesundheitsmonitorings regelmäßig die gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen erforscht. Bereits im November 2005 war das Team des Robert-Koch-Instituts für die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) in Bünde, um dort Untersuchungen vorzunehmen. Bünde wurde als eine von 167 Städten und Gemeinden in ganz Deutschland als Ort für die Erhebung ausgewählt.

Heute – elf Jahre später – werden die Probanden von früher, ebenso wie einige neue Teilnehmer, erneut untersucht. »Die Teilnehmer von früher sind mittlerweile zwischen elf und 28 Jahre alt. Durch unsere Untersuchungen lassen sich Aussagen auch zum Übergang der Jugendlichen zum Erwachsenenalter treffen«, sagt Kinder- und Jugendärztin Michaela Künkel.

Erfasst werden unter anderem Körpergröße und -gewicht der Jugendlichen, Taillenumfang, Blutdruck und Puls. Zudem werden Blut- und Urinuntersuchungen, Ausdauertests und Befragungen durchgeführt.

»Wir sind unter anderem daran interessiert, wie das Gesundheitsverhalten der Jugendlichen ist, wie sie sich ernähren und wie häufig sie zum Arzt gehen«, so die Medizinerin. Insgesamt sei festzustellen, dass die Eltern mit dem Gesundheitszustand ihrer Kinder meistens zufrieden seien. »Das Ernährungsverhalten hat sich in den vergangenen Jahren etwas verbessert, auch wenn immer noch zu wenig getrunken wird.«

Untersucht werde auch, ob bereits in jungen Jahren Merkmale feststellbar seien, die Aussagen darüber zulassen, ob im Erwachsenenalter ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen besteht.

»Bevor die KiGGS-Studie startete, gab es für bestimmte Altersklassen überhaupt keine Normwerte. Wir haben zum Beispiel festgestellt, dass der Blutdruck bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren tendenziell etwas höher ausfällt als bei Erwachsenen. Wie wir seither wissen, ist ein Oberwert von 135 in dieser Altersklasse noch als normal anzusehen«, sagt Künkel.

Die aktuelle Erhebung läuft noch bis Anfang 2017. Die Studienergebnisse sollen Ende 2017 vorliegen. In Bünde werden die Ärzte ihre Untersuchungen noch bis Dienstag fortsetzen. Als Probanden können jedoch nur Jugendliche fungieren, die zuvor per Zufallsverfahren über die Einwohnermeldeämter ausgewählt und eingeladen wurden.

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