Landtagsabgeordnete Angela Lück absolviert Praktikum im Freibad Mitte Schwimmmeisterin für einen Tag

Bünde (WB). »Wenn jemand in Gefahr ist, springe ich auch ins Wasser«, sagt Angela Lück. Für einen Tag hat die SPD-Landtagsabgeordnete als Schwimmmeisterin Dienst im Freibad Bünde-Mitte versehen – und ihren Job auf Zeit durchaus ernst genommen.

Von Daniel Salmon
Auch die Kontrolle der Badewasserqualität zählte zu den Aufgaben von »Schwimmmeisterin« Angela Lück.
Auch die Kontrolle der Badewasserqualität zählte zu den Aufgaben von »Schwimmmeisterin« Angela Lück. Foto: Daniel Salmon

Die Qualität des Wassers kontrollieren, Badegäste beaufsichtigen, bei der Wartung der Technik assistieren: Acht Stunden lang hat die Politikerin genau jene Aufgaben absolviert, die die Angestellten der Bünder Bäderbetriebe tagtäglich stemmen müssen. »Das ist echt spannend«, betont Lück, die sich vom Arbeitspensum der Schwimmmeister beeindruckt zeigte. »Man denkt ja, immer die Schwimmmeister hätten so einen lauen Job. Aber es ist schon erstaunlich, was sie alles leisten müssen, bevor die ersten Badegäste kommen. Das ist echt ein verantwortungsvoller Beruf«, sagt die sichtlich beeindruckte Abgeordnete, die mit passendem T-Shirt und Sonnenbrille kaum von ihrer »Arbeitskollegen« Kerstin Lech zu unterscheiden ist.

Die Schicht im Freibad absolviert Angela Lück anlässlich eines so genannten Tatkrafttages: »Bei solchen Tagespraktika wollen wir Abgeordneten die Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmern im unseren Wahlkreis kennenlernen, mit Bürgern ins Gespräch kommen.« Verpflichtend für die Volksvertreter seien solche Tatkrafttage zwar nicht. »Aber ich mache es einfach gerne«, so Lück. Die Politikerin, die das Schwimmabzeichen in Gold ihr Eigen nennt, gesteht zudem: »Früher war ich eine echte Wasserratte und an jedem Tag der Sommerferien im Freibad in Löhne.« Die 56-Jährige bedauert allerdings das Kinder, die heutzutage Ganztagsschulen besuchen, kaum noch Zeit hätten, in die Badeanstalt zu gehen.

Von Schwimmmeisterin Kerstin Lech erfährt die SPD-Frau, dass einige Eltern ihren Nachwuchs genau aus diesem Grund bereits von Schwimmkursen abgemeldet hätten. »So was geht eigentlich nicht. Kinder müssen Schwimmen lernen. Das ist genauso wichtig wie Lesen.« Ohnehin habe sie beobachtet, dass sich immer weniger Jungen und Mädchen im Grundschulalter sicher im Wasser bewegen könnten: »Und das ist wirklich ein Problem. Hier stehen die Eltern in der Verantwortung und die Schule muss sie unterstützen.«

Für die Bünder Bürger freut sich Lück indes, dass das Freibad Mitte mittlerweile nicht mehr zur Disposition steht. Allerdings findet auch die Landespolitikerin, dass die Attraktivität des Bades gesteigert werden sollte, um mehr Besucher anzuziehen: »Eine funktionierende Rutsche sollte ein Freibad auf jeden Fall haben. Und auch einen Kiosk, Spielmöglichkeiten, Wasserspielzeug und vielleicht ein Beachvolleyballfeld.« Ob das Bad letztlich über ein 50-Meter-Becken verfügen müsse, sei allerdings dahingestellt, findet Lück. In dieser Hinsicht wolle sie den Entscheidungsträgern der lokalen Politik aber nicht vorgreifen. Sie meint: »Für Schul- und Freizeitschwimmer muss einfach ein tragfähiger Kompromiss gefunden werden.«

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