Nächstes Jugendworkcamp mit Ulrike Jaeger startet am Montag Seit 20 Jahren in Belarus aktiv

Bünde (WB). Das Internationale Jugendworkcamp Belarus der evangelischen Jugendregion Bünde-Ost wird diesen Sommer 20 Jahre alt. Am Montag starten die Jugendlichen aus dem Kreis Herford zum nächsten Arbeitseinsatz in Weißrussland.

Von Kathrin Heeren
In einfachen Holzhütten – meist ohne Toilette – leben viele Senioren in Weißrussland. Jugendreferentin Ulrike Jaeger (auf der Leiter) und Jugendliche aus dem Kreis Herford helfen seit 20 Jahren bei der Renovierung dieser Häuser.
In einfachen Holzhütten – meist ohne Toilette – leben viele Senioren in Weißrussland. Jugendreferentin Ulrike Jaeger (auf der Leiter) und Jugendliche aus dem Kreis Herford helfen seit 20 Jahren bei der Renovierung dieser Häuser.

»600 Jugendliche aus dem Kreis und aus Belarus haben während der vergangenen 20 Jahre am Workcamp und an den Rückbegegnungen teilgenommen. Wir haben in 22 weißrussischen Dörfern auf über 130 Baustellen gearbeitet, die teils auf der Frontlinie des Ersten und Zweiten Weltkrieges standen«, sagt Jugendreferentin Ulrike Jaeger, die das Workcamp 1996 ins Leben gerufen hat und seither leitet.

Ziel des Camps war von Beginn an die Völkerverständigung sowie die Friedens- und Versöhnungsarbeit zwischen Deutschland und Belarus. »Etliche Menschen, denen wir geholfen haben, lebten nach dem Zweiten Weltkrieg lange in Erdhöhlen, bevor sie die Kraft hatten, sich ein einfaches Holzhaus aufzubauen«, sagt Ulrike Jaeger. Zusammen mit Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren ist sie jedes Jahr nach Belarus gefahren, um dort Arbeitseinsätze zu leisten.

»Hauptsächlich fanden unsere Renovierungseinsätze in den Häusern statt, die von unseren Vorfahren zerstört wurden«, sagt sie. Neben den Arbeitseinsätzen trafen sich die Campteilnehmer mit Kriegsüberlebenden an den Tatorten der Geschichte. Durch Gespräche mit Holocaustüberlebenden leisteten sie einen Beitrag gegen das Vergessen und setzten ein Zeichen gegen jegliche Form von Rassismus. Seit 2001 finden auch Rückbegegnungen in Deutschland statt. Jugendliche aus Belarus kommen dann nach Bünde, um die Projektergebnisse gemeinsam vorzustellen. Im Jahr 2013 wurde das Projekt von einem Kamerateam begleitet. »Versöhnungsarbeit und Spurensuche in Weißrussland – die Deutschen sind zurück« lautet der Titel des Films, der inzwischen auch auf DVD erschienen und in deutscher und russischer Sprache mit Untertiteln erhältlich ist.

Im vergangenen Jahr wurde Ulrike Jaeger für ihre Workcamp-Arbeit vom Bundespräsidenten Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Das nächste Workcamp in Belarus findet von Montag, 11. Juli, bis zum 1. August statt. 24 Personen werden teilnehmen. Das 20-jährige Bestehen des Camps soll sowohl in Weißrussland als auch in Deutschland gebührend gefeiert werden. Am Sonntag, 24. Juli, gibt es um 15.30 Uhr eine öffentliche Vorführung des Workcamp-Films in der IBB-»Johannes Rau« in Minsk. Am Mittwoch, 12. Oktober, sind alle Interessierten zum deutsch-belarussischen Kulturabend in der Kreuzkirche Bünde-Ennigloh eingeladen.

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