Konsequenzen für rüpelhafte Radler gefordert »Jetzt reicht’s«

Bünde (WB). »Andauernd fahren Radfahrer durch die Fußgängerzone in der Eschstraße. Das ist gefährlich und nicht erlaubt«, sagt Reinhard Rokitta. Der Inhaber der Punkt-Apotheke sieht in dieser Sache »dringenden Handlungsbedarf« und fordert Konsequenzen für die oftmals jugendlichen Radler.

Von Daniel Salmon
Fahrradfahrer müssen in der Fußgängerzone absteigen. Längst nicht alle halten sich daran.
Fahrradfahrer müssen in der Fußgängerzone absteigen. Längst nicht alle halten sich daran. Foto: Daniel Salmon

»Der Begriff Fußgängerzone ist doch eindeutig: Auch Fahrradfahrer müssen absteigen und schieben«, findet Rokitta. Trotzdem beobachte er täglich, wie sie sich auf ihren Bikes – oftmals dicht – an den Passanten vorbeischlängeln. »Zumeist sind es Jugendliche und junge Männer zwischen 12 und 20 Jahren. Die verhalten sich rücksichtslos gegenüber den Fußgängern, mehr als die Hälfte fährt weitaus schneller als nur mit Schrittgeschwindigkeit. Und wenn man sie daraufhin anspricht, werden sie oftmals auch noch frech«, sagt Rokitta. Er versteht nicht, warum die Radler überhaupt den Weg durch die City fahren müssen und nicht stattdessen Parallelstraßen nehmen, wie etwa die Hangbaum- oder die Elsestraße. Auch dass der Bereich zwischen Museumsplatz und Bahnhofstraße für Radfahrer freigeben ist, behage ihm nicht.

Zahlreiche Kunden hätten den Apotheker bereits auf das Thema angesprochen, sich über rücksichtslose Radler beschwert, andere Gewerbetreibende in der Eschstraße ebenfalls. »Vor einigen Tagen fuhr ein jugendlicher Radfahrer mit sehr hoher Geschwindigkeit so nah an meiner Schaufensterscheibe entlang, dass ein Kunde, der aus meinem Geschäft kam, nur knapp einer Kollision entging. Unsere Kunden und die Passanten müssen geschützt werden. Ich kenne viele Fußgängerzonen in Deutschland. So etwas wie in Bünde habe ich noch nicht erlebt«, sagt Rokitta. Er ergänzt: »Und jetzt reicht’s mir einfach.« In einem Brief hat sich der Geschäftsmann daher mit seinem Anliegen nun an den Vorstand der Handel Bünde GbR gewandt, unter anderem einen »Runden Tisch« mit Vertretern von Polizei, Stadtverwaltung und Händlergemeinschaft angeregt, um über ein Vorgehen in der Sache zu beraten.

Mit seiner Forderung rennt der Apotheker offene Türen ein. »Ich habe selbst schon Radler angesprochen, die im Bereich der Fußgängerzone in der Eschstraße mit dem Fahrrad unterwegs waren. Die meistens sagten, sie hätten nicht gewusst, dass das Radfahrern hier verboten ist«, so Georg Kruthoff, Geschäftsführer der Handel Bünde GbR. Zwar gebe es am Eingang zur Eschstraße vom Museumsplatz aus ein Schild, das Radler zum Absteigen auffordert. »Aber das wird leicht übersehen«, meint Kruthoff. Daher wolle die Handel Bünde GbR bei der Kommune beantragen, die Beschilderung zu verbessern. Einen »Runden Tisch« zu dem Thema hält auch er für sinnvoll.

Auch bei der Stadtverwaltung ist das »Radlerproblem« bekannt. »Das ist und schon seit längerem ein Dorn im Auge. Dabei ist es doch eindeutig: In einer Fußgängerzone darf kein Rad gefahren werden, außer Sonderzeichen erlauben dies«, sagt Axel Biermann vom Bünder Ordnungsamt. Das sei beispielsweise zwischen Museumsplatz und Bahnhofstraße der Fall. An der Stelle sieht der Stadtmitarbeiter allerdings kein Problem: »Denn dieser Bereich ist breiter, dort sind nicht so viele Fußgänger unterwegs. Die Strecke wurde seinerzeit im Rahmen der Schulwegsicherung für Radler freigeben.« An der Eschstraße sehe es allerdings anders aus. Biermann: »Dort ist es enger und es gibt ein Gefälle.« Allerdings obliege die Überwachung des fließenden Verkehrs in dort der Polizei. »Eine Anhaltebefugnis haben unsere Mitarbeiter nicht, können auch keine Knöllchen verteilen. Das wissen viele Radler auch und hauen einfach ab«, sagt Axel Biermann.

Sollte tatsächlich einer der rüpelhaften Radler von der Polizei erwischt werden, wird’s teuer. »Jeder in der Fußgängerzone Rad fährt, muss mit einem Verwarngeld in einer Höhe bis zu 35 Euro rechnen«, sagt Polizeisprecher Uwe Maser. In Zukunft wollen die Beamten die Fußgängerzone vermehrt überwachen und etwaige Verstöße durch Radler ahnden.

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