Laut Lärmschutzgutachten wirtschaftlich nicht realisierbar Kein Außenbecken in Ennigloh

Bünde (WB). Das Freibad Bünde-Mitte bleibt erhalten, die Überlegungen zum Bau eines Außenbeckens auf dem Hallenbadgelände in Ennigloh müssen ad acta gelegt werden.

Von Rainer Grotjohann
Das sanierungsbedürftige Freibad Bünde-Mitte scheint nun doch nicht mehr zur Debatte zu stehen. Damit müssen Planungen, auf dem Gelände des Hallenbades in Ennigloh ein Außenbecken zu bauen, ad acta gelegt werden.
Das sanierungsbedürftige Freibad Bünde-Mitte scheint nun doch nicht mehr zur Debatte zu stehen. Damit müssen Planungen, auf dem Gelände des Hallenbades in Ennigloh ein Außenbecken zu bauen, ad acta gelegt werden. Foto: Daniel Salmon

Daran hat überraschender Weise Bürgermeister Wolfgang Koch in der Ratssitzung am Dienstagabend keinen Zweifel gelassen. Als in der Einwohnerfragestunde das Bäder-Thema angesprochen wurde, informierte Koch über die Ergebnisse eines zweiten Schallgutachtens für den Standort Ennigloh. In Kurzform: Selbst mit mehr als fünf Meter hohen Schallschutzwänden könne die Einhaltung der Immissionsschutzwerte nicht garantiert werden. Aus seiner Sicht seien die Pläne für ein Außenbecken in Ennigloh damit nicht mehr realisierbar, sagte Koch. Aus wirtschaftlichen, aber auch aus optischen Gründen sollten diese Pläne nicht weiter verfolgt werden. Da aber alle Fraktionen erklärt hätten, ein Außenbecken sei unverzichtbar, müssten die weiteren Überlegungen nun auf das Freibad Mitte konzentriert werden.

In einem ersten Schallgutachten war untersucht worden, ob bei einer Verlegung von Parkplätzen in Richtung der Bebauung an der Holser Straße die Immissionsrichtwerte (vor allem bis 6 Uhr morgens sowie sonntags von 13 bis 15 Uhr) mit Lärmschutzwänden eingehalten werden könnten. Ergebnis: negativ. Daraufhin wurden Überlegungen angestellt, Parkflächen links vom Weg zum Haupteingang auf der jetzigen Liegefläche anzulegen. Aber auch diese Machbarkeitsstudie fiel negativ aus, die Überschreitung der zulässigen Werte führt der Gutachter vor allem auf die vom Verkehr ausgehenden Immissionen zurück, erst in zweiter Linie auf den von einem Außenschwimmbecken ausgehenden Lärm.

Die Ratsmitglieder nahmen die Ausführungen des Bürgermeisters kommentarlos zur Kenntnis. Gestern aber meldete sich die CDU-Spitze zu Wort.

Nun sei es »notwendig, neben der Neugestaltung des Bades auch eine sinnvolle Aufwertung des gesamten Areals im Auge zu behalten«, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Fraktionssprecher Georg Kruthoff und Stadtverbandsvorsitzendem Dr. Heinz-Georg Beneke.

Die Initiative um Dr. Kai Könemann, die seit Monaten für den Erhalt des Freibades kämpft, pocht weiterhin darauf, dass bei der anstehenden Sanierung ein 50-Meter-Becken erhalten bleibt beziehungsweise neu gebaut wird. Ein 25-Meter-Becken reiche nicht aus. Wörtlich heißt es im offenen Brief an den Rat: »Mehrere hundert Bürger gehen jeden Morgen zu Fuß oder mit dem Fahrrad (oder auch mit dem Auto) zum Frühschwimmen ins Freibad. Schon jetzt herrscht im 50-Meter-Becken zu dieser Zeit öfters Gedränge.«

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