Hauptschulleiterin Brigitte Lubitz geht in den Ruhestand »Wir waren ein super Team«

Von Kathrin Heeren
Brigitte Lubitz war seit 2002 Leiterin der Bünde Hauptschule. Ihre Stelle wird nicht neu ausgeschrieben.
Brigitte Lubitz war seit 2002 Leiterin der Bünde Hauptschule. Ihre Stelle wird nicht neu ausgeschrieben. Foto: Kathrin Heeren

»Trotz der aktuellen Entwicklung habe ich meine Berufswahl nie bereut«, sagt die Mindenerin. Und das, obwohl es noch eine Alternative gab, mit der Lubitz als junge Frau liebäugelte: »Ich habe überlegt, Theaterwissenschaften zu studieren. Aber dafür hätte ich weit von zu Hause weggehen müssen. Da ich Einzelkind bin, hätte das meinen Eltern nicht gefallen. Und mein Vater war der Ansicht, dass der Lehrerberuf doch etwas sicherer sei.«

So nahm Brigitte Lubitz ihr Lehramtsstudium in Bielefeld auf, machte 1974 ihr Referendariat in Porta Westfalica, unterrichtete 24 Jahre an der Hauptschule Lübbecke und war von 2000 bis 2002 Konrektorin an der Hauptschule Vlotho. Als die Mutter eines heute 37 Jahre alten Sohnes vor 14 Jahren als Schulleiterin nach Bünde kam, gehörten dem Kollegium 60 Lehrkräfte an. Inzwischen hat sich diese Zahl halbiert – bei 277 Schülern.

Lubitz selbst war immer überzeugt von der Hauptschule: »Ich habe diese Schulform bewusst gewählt. Ich hatte den Wunsch, den Schülern, die von ihrem Elternhaus her nicht so unterstützt werden konnten, den Weg zu einem erfüllten Arbeitsleben zu ermöglichen.«

Während zu Beginn die Vermittlung von Fachwissen im Mittelpunkt gestanden habe, habe die Schule nach und nach auch erzieherische Aufgaben übernommen. »Bedauerlich ist für mich, dass in der Öffentlichkeit nicht deutlich geworden ist, mit welch solidem Wissen ein Hauptschüler in seine Ausbildung startet. Eltern haben den Wunsch nach einem möglichst hohen Schulabschluss für ihr Kind. Ausbildungsberufe sind für viele Eltern nicht mehr attraktiv. Das ist schade, denn mit einer soliden Ausbildung kann man gut seinen Lebensunterhalt verdienen und hat einen krisensicheren Job, was bei Akademikern längst nicht immer der Fall ist.« Das Auslaufen der Hauptschule sei dennoch richtig, wenn Eltern diese Schulform nicht mehr für ihr Kind wählen.

Für Lubitz, die Wirtschaftslehre, Deutsch, Geschichte, Englisch und Philosophie unterricht, gab es viele berufliche Höhepunkte. »Wir sind bei vielen Wettbewerben ausgezeichnet worden. Mir war es wichtig, dass die Schüler merken, dass sie sich im Vergleich mit allen anderen Schülern in Deutschland nicht zu verstecken brauchen.« Auch die Zusammenarbeit im Kollegium habe immer super funktioniert. »Wir waren ein super Team.«

Konrektorin Cornelia Rhode soll bis zum Auslaufen der Schule die kommissarische Leitung übernehmen. Die Stelle wird nicht neu ausgeschrieben.»Am meisten werden mir an meiner Arbeit die Kinder fehlen«, sagt Lubitz, die sich am Mittwoch mit einer Feier von Kollegen und Schülern verabschiedet.Die Zeit im Ruhestand möchte sie nutzen, um mit ihrem Mann Paul ins Theater zu gehen. »Auch ein NWD-Abo habe ich mir zugelegt und möchte Ausstellungen besuchen. Zudem werde ich mich um meine Mutter kümmern.«

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