Klasse 8b des Marktgymnasiums fragt »Pfefferkörner«-Team über die Dreharbeiten aus TV-Promis zu Gast im Unterricht

Bünde (WB). Von Unterricht bei einem bekannten Regisseur, einer Drehbuchautorin und einer Schauspielerin haben bestimmt schon viele Schüler geträumt. Für die Klasse 8b des Gymnasiums am Markt hat sich dieser Traum am Donnerstag erfüllt.

Von Kathrin Brinkmann
Kameramann Stefan Heuss filmt die Klasse 8b des Gymnasiums am Markt während des NDR-Besuchs. Felix Schmiedlau (14, grüner Pulli) ist großer »Pfefferkörner«-Fan. Er hat eine Homepage sowie einen YouTube-Kanal für Fans errichtet.
Kameramann Stefan Heuss filmt die Klasse 8b des Gymnasiums am Markt während des NDR-Besuchs. Felix Schmiedlau (14, grüner Pulli) ist großer »Pfefferkörner«-Fan. Er hat eine Homepage sowie einen YouTube-Kanal für Fans errichtet. Foto: Kathrin Brinkmann

Die 23 Mädchen und Jungen durften Mitglieder der Serie »Die Pfefferkörner« in ihrem Klassenraum begrüßen.

Wie lange schreibt man an einem echten Drehbuch? Wie wird man Darsteller der Serie? Und was genau sind die Aufgaben des Regisseurs? Über all diese Themen konnten die Jugendlichen mit den prominenten Gästen sprechen.

Fan der »Pfefferkörner«

Mitschüler Felix Schmiedlau ist seit drei Jahren riesengroßer Fan der »Pfefferkörner«. Er hatte sich im Rahmen der Aktion »Wir bei Euch – Wünsch Dir Deinen NDR« beworben. Unter 3000 Bewerbern wurde der 14-Jährige ausgewählt und bekam nun in seiner Klasse Besuch von den NDR-Promis.

»Er hat uns einfach überzeugt, weil er eine eigene Fan-Homepage sowie einen eigenen YouTube-Kanal zu den ›Pfefferkörnern‹ erstellt hat«, erklärte Hauke Sievers vom NDR.

Eines der größten Probleme der Serie sei es, handlungsmäßig von einer Staffel in die nächste zu kommen, wie Drehbuchautorin Anja Jabs berichtete. Die Darsteller wechselten nämlich alle zwei Jahre, da sie sonst zu alt würden.

Zudem könne die Familie während der zwei Jahre nicht gemeinsam Urlaub machen, da in den Schulferien durchgehend gedreht werde.

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Gute Stimmung am Set ist die halbe Miete. Regie führen hat daher auch was mit Psychologie zu tun.

Regisseur Klaus Wirbitzky

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Felix Schmiedlau, der viele der 156 Folgen weit mehr als einmal gesehen hat, sprach das NDR-Team auf einige Logikfehler an, die er entdeckt habe. »Ich habe ein eigenes Video über die Filmfehler erstellt«, erklärte er.

Nicht chronologisch gedreht

Redakteurin Sandra Leblanc versicherte dem 14-Jährigen, dass niemand sich so sehr über die Fehler ärgere wie das Filmteam selbst, dass ein Dreh jedoch immer mit vielen Ungewissheiten verbunden sei. »Das Wetter können wir nicht planen. Auch sind die Drehorte manchmal nicht so zugänglich, wie wir es gerne hätten.«

Zudem werde nicht chronologisch gedreht, sondern teilweise erfolge die Anschlussszene erst vier Wochen später. »Da muss man den Überblick behalten, wer welche Klamotten trug und wie die Haare lagen.«

»Gute Stimmung am Set ist die halbe Miete«

»Ein weiteres Problem ist die Lautstärke in Hamburg. Dadurch mussten wir vieles im Studio nachvertonen«, verriet Regisseur Klaus Wirbitzky, der Regie bei der Sesamstraße und bei »Hallo Spencer« geführt hat.

Am Ende des Tages zähle einzig und allein, ob die Geschichte funktioniere und die Zuschauer emotional mitfiebern. »Gute Stimmung am Set ist die halbe Miete. Regie führen hat daher auch was mit Psychologie zu tun.«

Redakteurin Sandra Leblanc verriet, dass im Sommer ein »Pfefferkörner«-Kinofilm produziert werden soll, der ausnahmsweise nicht nur in Hamburg spiele. Das Casting laufe bereits, aber die Finanzierung sei noch nicht geregelt.

Kinder dürfen maximal drei Stunden drehen

Drehbuchautorin Anja Jabs verriet, dass sie meist zwei Monate braucht, bis ihr Drehbuch fertig ist, während Darstellerin Merle de Villiers von ihren Erlebnissen während des Castings und am Set berichtete. Am Ende entscheide nicht immer das Talent über die Besetzung.

»Ich habe meine Rolle bekommen, weil ich als einzige groß genug war. Es kommt halt auch drauf an, wie das Team zusammenpasst«, verriet sie. Auf jede Rolle kämen etwa 300 Bewerbungen. Ausgewählt würden allerdings nur Kandidaten, die in Hamburg wohnen.

»Anders ist es nicht machbar, weil Kinder maximal drei Stunden am Tag drehen dürfen«, sagt Sandra Leblanc. Ein Film über den NDR-Besuch in Bünde ist ab Mitte kommender Woche auf ndr.de und auf der NDR-Facebook-Seite zu sehen.

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