Tim Ostermann nominiert Projekt für Denkmalschutz-Sonderprogramm St.-Josef-Kirche wird saniert

Bünde (WB). Die 1967 erbaute katholische Pfarrkirche St. Josef soll für 1,7 Millionen Euro saniert werden. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, müssen Spezialfirmen beauftragt werden.

Von Kathrin Brinkmann
Pfarrer Wolfgang Sudkamp, Kirchenvorstand Hermann Wittenbernd, Dr. Tom Ostermann MdB und Architekt Falko Biermann (von links) mit den Bauplänen. Dort, wo jetzt das Taufbecken steht, soll sich künftig die Orgel befinden. Das Taufbecken soll in die Mitte des Raums wandern.
Pfarrer Wolfgang Sudkamp, Kirchenvorstand Hermann Wittenbernd, Dr. Tom Ostermann MdB und Architekt Falko Biermann (von links) mit den Bauplänen. Dort, wo jetzt das Taufbecken steht, soll sich künftig die Orgel befinden. Das Taufbecken soll in die Mitte des Raums wandern. Foto: Kathrin Brinkmann

»Das Dach soll neu gemacht werden, die Kunstwerke von Otto Herbert Hajek müssen neu ausgemalt werden. Außerdem werden die Fenster erneuert, die Beichtstühle durch Beichtzimmer ersetzt, eine neue Orgel und neue Beleuchtung installiert und ein behindertengerechter Zugang zur Werktagskapelle geschaffen«, erläutert Architekt Falko Biermann. Die Werktagskapelle soll mittels einer Glaswand vom restlichen Gebäude separiert werden, damit werktags künftig nicht mehr das gesamte Gotteshaus geöffnet werden muss.

Eigentlich hatte der Architekt seine Pläne für die Renovierung schon fertig, als im Dezember 2013 die Nachricht kam, dass die Kirche ein Denkmal werden soll. »Dann konnten wir noch mal von vorne anfangen. Während allein die Restaurierungsmaßnahmen schon 600 000 Euro gekostet hätten, liegen wir jetzt mit allem drum und dran bei 1,7 Millionen«, sagt Biermann. 913 000 Euro sollen aus Kirchensteuermitteln über das Erzbischöfliche Generalvikariat des Erzbistums Paderborn finanziert werden, der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 416 000 Euro. 351 270 Euro hofft die Gemeinde über das Denkmalschutzsonderprogramm IV des Bundes akquirieren zu können.

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Tim Ostermann (CDU) hat das Projekt neben vier weiteren aus dem Kreis Herford für eine Förderung über das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes nominiert. »Neben der St.-Josef-Kirche sind aus dem Kreis das Gut Steinlake in Kirchlengern, das Crüwellhaus in Herford, die Werburg in Spenge und der alte Bahnhof in Vlotho im Rennen. Die Pfarrkirche St. Josef hat von allen Projekten die besten Aussichten auf eine Zusage der Fördermittel, weil alle Kriterien erfüllt werden«, so Ostermann, dem es wichtig war, Projekte aus dem Kreis Herford vorzuschlagen.

Die Sanierung soll im Sommer 2017 abgeschlossen sein.

Der inzwischen verstorbene Künstler Otto Herbert Hajek hat in den 60er und 70er Jahren in Süddeutschland viele öffentliche Gebäude geprägt. Für seine Betonarchitektur sei er zunächst teilweise verpönt gewesen. »Die Kirchengemeinden konnten zu dieser Kunst nicht den richtigen Zugang finden«, sagt Falko Biermann. Ungewöhnlich sei nicht nur seine Kunst gewesen, sondern auch seine Arbeitsweise. »Er hat uns vorab keine einzige Skizze gezeigt, sondern sich einfach in der Kirche eingeschlossen und gemalt. Als er fertig war, gab es auch keine Interpretation. Heute wäre das undenkbar«, sagt Pfarrer Wolfgang Sudkamp.

Unterlagen über die verwendeten Farben gebe es nicht. Daher hat nun eine Spezialfirma aus Paderborn die Farbreste an der Wand analysiert. »Drei Anstriche sind seit dem Originalanstrich erfolgt. Dabei wurden Veränderungen vorgenommen, die nun rückgängig gemacht werden sollen«, sagt Biermann.

Vor Hajek sei zunächst ein anderer Künstler beauftragt worden. »Damals war das Kircheninnere Weiß. Die Fenster sollten bunt werden, waren aber so teuer, dass die Zusammenarbeit abgebrochen wurde.« Notdürftig seien Fenster aus Industrieglas eingesetzt worden. Diese sollen nun ausgetauscht werden gegen Fenster des Künstlers Thierry Boissel, der sich mit seinem Entwurf gegen vier Konkurrenten durchsetzen konnte. Auch für die Orgel und die Gestaltung der Wände in der Werktagskapelle laufen Künstlerwettbewerbe.

In einigen Wochen soll die Sanierung beginnen und bis Sommer 2017 gehen. Wo die 4500 Mitglieder zählende Gemeinde während des Umbaus Gottesdienste abhält, ist noch unklar. »Wir sind im Gespräch mit der Evangelischen Kirchengemeinde, ob wir in die Versöhnungskirche in Südlengern ausweichen können«, sagt Pfarrer Wolfgang Sudkamp. Im Juni wird er erfahren, ob die Gemeinde die Bundesfördermittel erhalten wird.

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