Flüchtlinge vor einer Woche ausgezogen – Land zahlte 2,4 Millionen Euro für den Betrieb Notunterkunft in Ahle steht nun leer

Bünde(WB). Kein Lachen von jungen Flüchtlingskindern hallt mehr über den Pausenhof der ehemaligen Grundschule in Ahle, die 170 Bettplätze der Notunterkunft bleiben abends leer. Wie berichtet ist der Betrieb der Einrichtung zum 31. März eingestellt worden.

Von Daniel Salmon
Bis vor einer Woche waren in der ehemaligen Ahler Grundschule noch 140 Asylsuchende untergebracht. »Die Stimmung war stets gut. Am letzten Abend, bevor alle abgereist sind, haben wir noch eine kleine Abschiedsfeier gemacht«, sagt DRK-Leiter Sven Kampeter.
Bis vor einer Woche waren in der ehemaligen Ahler Grundschule noch 140 Asylsuchende untergebracht. »Die Stimmung war stets gut. Am letzten Abend, bevor alle abgereist sind, haben wir noch eine kleine Abschiedsfeier gemacht«, sagt DRK-Leiter Sven Kampeter. Foto: Daniel Salmon

Wie die Stadt Bünde auf Anfrage mitteilte, haben die letzten Flüchtlinge die Landesunterkunft für Asylsuchendende bereits am Mittwoch der vergangenen Woche verlassen. Die Menschen wurden entweder anderen Kommunen zugewiesen oder weiteren Landesunterkünften in ganz NRW zugeteilt.

Zuletzt hatten 140 Personen aus verschiedenen Herkunftsländern – darunter zahlreiche Kinder – in der Turnhalle und den Klassenräumen der im vergangenen Sommer ausgelaufenen Grundschule gelebt.

DRK-Mitarbeiter nun in anderen Unterkünften

Angestellte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die sich seit der Einrichtung der Notunterkunft im August 2015 um die dort ankommenden Flüchtlinge gekümmert hatten, hatten bereits Ende vergangener Woche Computer, Büromaterial und Sachen des täglichen Bedarfs abtransportiert. »Wir haben alles besenrein hinterlassen«, sagt Bündes Rotkreuz-Leiter Sven Kampeter. Die etwa 20 DRK-Mitarbeiter würden fortan in anderen Unterkünften eingesetzt, etwa in Löhne oder im benachbarten Rödinghausen – ebenso wie die nun ausgeräumten Gegenstände.

Mitarbeiter der Stadt haben zudem eine Inventarliste an die Bezirksregierung übermittelt, die seinerzeit ein Amtshilfeersuchen an die Kommune gestellt und um die Einrichtung der Unterkunft gebeten hatte. »Wir müssen klären, welche Sachen wir behalten und einlagern und welche die Bezirksregierung übernimmt«, so Ralf Bartling vom Fachbereich Ordnung und Soziales bei der Bünder Stadtverwaltung.

Trotz der intensiven Nutzung des Inventars – im Schnitt war die Unterkunft nach Aussage der Bezirksregierung stets mit mindestens 100 Personen belegt – habe es bei Mobiliar und Einrichtung keine nennenswerten Abnutzungserscheinungen oder Schäden gegeben. Bartling: »Uns ist zumindest nichts bekannt.«

Endabrechnung für Betrieb und Unterhalt steht noch aus

Wie viele Flüchtlinge in Ahle in der Summe untergebracht worden waren, konnte Andreas Moseke, Pressesprecher der Bezirksregierung in Detmold, auf Anfrage gestern zwar nicht mitteilen, wohl aber, welche Kosten der Betrieb der Unterkunft seit August vergangenen Jahres verursacht haben dürfte. »Die Endabrechnung wird derzeit noch erstellt. Bislang wurden aber etwa 2,4 Millionen Euro durch das Land NRW für Betrieb, Unterhalt und Einrichtung der Notunterkunft bezahlt«, sagte Andreas Moseke.

Über die weitere Nutzung des Gebäudes will die Stadt Bünde in den kommenden Wochen entscheiden.

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